Vorbereitungen …

Morgen bekomme ich Besuch aus Deutschland. Die Wohnung ist nicht aufgeräumt, der Kühlschrank leer, und es wird mir vier Leuten ganz sicher eng, definitiv im Wohnzimmer. Wir sind nicht wirklich auf Besuch ausgelegt; die Couch (Beddinge, IKEA) bietet zwar Platz, aber wir werden das Wohnzimmer umbauen müssen, um sie auszuklappen, abgesehen davon, dass wir die Sessel woanders hinstellen müssen.

Am liebsten hätte Schatzi mit niemandem Kontakt (ausser seinen Freunden, mit denen ich nicht viel anfangen kann) und ist sehr reserviert. Im allgemeinen fängt der sich wieder, wenn die Leute nett sind (und das sind sie), und ich habe einfach auch die Nase voll davon, völlig in der Zweisamkeit aufzugehen. Es tut einfach gut, Gäste aus Deutschland zu haben. Rollenspieler, die nicht glauben, D&D Miniaturen wäre so “gut wie Rollenspiel”. Echte Rollenspieler. Die, so krass das klingt, spielen.

Schon allein, um gelegentlich mal wieder Rollenspiel zu betreiben, würde ich Götter und die Welt einladen. Ausserdem - London ist eine spannende Stadt, aber Unterkunfts-Preise grenzen an räuberische Erpressung.

Ich hatte immer ein “offenes Haus”, als ich noch im Ruhrgebiet wohnte. Mit “klar, komm einfach vorbei” habe ich tolle Leute näher kennengelernt. Zur Spielemesse hatte ich zeitweise 5-7 Uebernachtungsgäste. So hab ich auch Schatzi kennengelernt. Neue Kontakte - her damit. Und schliesslich ist das hier auch meine Wohnung, und ich kann einladen, wen ich will.

Es wäre schön, wenn er etwas spontaner wäre, wenn er etwas offener wäre, etwas “proaktiver”, etwas gastfreundlicher. Ich bin’s, der plant, macht, Dinge ans Laufen bringt, Entscheidungen trifft, alles initiiert. Das reicht von dem Kurztrip nach Paris über die Organisation der Spielemesse, wer/wann/wie/wo unterkommt, fliegt, im Hotel übernachtet, das absolut einzige, was er macht, ist, dass er seinen Urlaub selbst eingereicht hat.

Aber ich lieb ihn. Und ich weiss, dass es ihm auch gefallen wird, wenn die Leute erst da sind, und deshalb mache ich das ganze einfach. Langes Gesicht und Zurückhaltung hin oder her. Wenn ich darauf zuviel geben würde, wäre bisher rein gar nichts passiert.

Morgen wird also geputzt und aufgeräumt, eingekauft, und ich mache Pizza. Echte, italienische Pizza, mit selbstgemachtem Boden und was dazugehört.

Und freue mich. England ist toll - wenn’s mehr Deutsche, und vor allem mehr Rurgebietler hier gäbe. Die offene Art, das Unkomplizierte …  das vermisse ich manchmal einfach.

Naja, dann importiert man sie halt.

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