Alex plottet: DTudJ
Das neue Projekt steht vor der Tür. Es hat zwar keine Deadline, aber ich wollte wenigstens ein Exposee/bzw Treatment an meinen Agenten schicken. An den Agenten, der zurückruft und sich kümmert. Der andere scheint … irgendwie verschütt gegangen zu sein. Ich mache mich dann die Tage mal auf, um mich bei anderen Agenten vorzustellen; der Agent, der sich noch kümmert, macht nämlich keine Fantasy/Fantasy/Science Fiction. Er sagt, er hat keine Ahnung vom Markt in der Ecke, und er täte mir da keinen Gefallen.
Also brauche ich zwei.
Vielleicht schreibe ich auf lange Sicht dann auch in Englisch (in der Hoffnung, ins Deutsche übersetzt zu werden - das ist wahrscheinlicher als anders herum); und schaue mich gleich in London nach einem Agenten um. Nur bin ich hier der völlige Newcomer und muss von vorne anfangen. In D hab ich wenigstens vier Bücher, die ich rumzeigen kann.
Mal sehen, in welcher Sprache mich das nächste anspringt.
Dieses hier ist auf Deutsch. Und ich konnte das Exposee nicht schreiben, weil ich keinen Titel hatte. Ich weiss (grob) was passiert, aber “Arbeitstitel” über nem Exposee turnt vermutlich jeden Lektor extrem ab. So grübelte und grübelte ich, ärgere mich darüber, dass Joseph Conrad mir den perfekten Titel gestohlen hat (”Heart of Darkness” - “Herz der Dunkelheit”), und werfe Schatzi vor lauter Verzweiflung einen Schwachmaten-Titel hin, der sogar den Leuten, die diese ganzen Schwachsinns-Titel wie “Die Seifensiederin”, “Die Strumpfwirkerin”, “Die Strassenkehrerin”, “Die Parfumeurin”, “Die Masseurin” verbrochen haben, zu doof gewesen wären (eine Entschuldigung an alle KollegInnen, die eventuell einen dieser Titel gewählt haben - ich habe die als Beispiel ausgedacht, aber manchmal ist das echte Leben grausamer als meine Phantasie). Jedenfalls - ich hatte einen Titel, der so hahnebüchen und kitschig ist, dass Dan Brown stolz gewesen wäre. Aber es wäre ein Dan Brown-Titel gewesen. Arbeitstitel. Ich hätte mir dann während der Schreiberei einen neuen ausgedacht.
Nicht so mit Schatzi. Schatzi und ich liegen so im Bett (nein, keine Sorge, es wird nicht expliziter), hauen uns Schwachsinns-Titel um die Ohren, und dann schaut er mich treuherzig an und sagt: “DTudJ” (das ist die Abkürzung… und ausserdem eine Uebersetzung, Schatzi spricht ja nur Englisch).
Mir krampft sich das Herz zusammen mit “GOTT IST DAS KITSCHIG!”, aber eine kleine, fiese Stimme in meinem Inneren sagt: “Der funktioniert. Du wirst in derselben Hölle brennen wie die SeifensiederInnen-Brut, aber der funktioniert.”
Jetzt kann ich das Exposee schreiben.
Und einen Agenten, der seit 3 Jahren darauf wartet, dass ich ein “Mainstream-Buch” schreibe, vielleicht etwas glücklich machen.
Soviel sei gesagt: Richie Löwenherz, Kreuzzüge, Assassinen, Sex, Blut, Religion, Krieg, Stolz, Liebe und Tod.
Na?
Ein Buch anfangen ist wie sich verlieben. Voller Hoffnung, Nervosität (”Wird es gut? Kann ich das? Hab ich die Magie verloren?”), aber unwiderstehlich.
Und - es wird ein Wichert, ganz klassisch. Meine Schreibe, die Art meiner Charaktere, wird sich nicht sehr verändern. Es wäre schön, wenn ihr da mitzieht und Spass daran habt.
Explore posts in the same categories: Leben, Schreiben
November 5th, 2006 at 2:09 pm
Ich freu mich schon drauf
November 5th, 2006 at 2:22 pm
*g* Klasse! Ich bruete ueber’m Expo, gib mir ein paar Tage, dann reden wir drueber, wenn du Lust hast.
November 5th, 2006 at 3:14 pm
gerne, ich versuch mich auch mal wieder an nem Expo. Falls mir nicht andere Dinge zu sehr im Kopf rumschwiren
November 6th, 2006 at 3:12 pm
aha, klingt ja interessant
sollte mir auch mal den ein oder anderen “wichert” auf die lesen-liste packen 
November 8th, 2006 at 9:45 am
@goswin: Ichh alte dir bis Ende November die Daumen.
@Mao-B: Das waere… sehr nett.
Ich wuerde mit den SR-Sachen anfangen. Die DSA-Romane sind mittlerweile (bis auf den letzten, und das ist ne Co-Produktion) out of print.
November 8th, 2006 at 2:00 pm
genau Mao-B nimm “Kettenhund”….
bäh DSA…