Alex sieht: “Casino Royale”
Hat mich Schatzi letzte Woche ins Kino geschleppt. Der Saal war rappelvoll, aber warum manche Erwachsenen ihre 6-8 Jahre alten Kids mitnahmen, ist mir schleierhaft. Als ob die viel mitkriegen von dem, was da passiert, geschweige denn, zwei Stunden ruhig bleiben können.
Meine Kurzen (hätte ich denn welche) hätte ich nicht mitgenommen. Der Film war reichlich realistisch, reichlich brutal, und reichlich sexy. Letzteres lag primär am neuen Bond. Dass Bond je dunkelhaarig war, ist vergessen. Craigs Augen waren in den richtigen Szenen babyblau, in den anderen laserblau. Wow. Schultern! Craig nass, Craig blutig, Craig schwer atmend. Und ich dachte, niemand kann so photogen leiden wie Dolph Lundgren.
Craig kann’s. Ein richtiges Talent. Das muss man respektieren, wenn einer so leiden kann. Schauspielen kann er auch noch. Und er hat gravitas, und Präsenz, wie’s sonst nur Sean Connery hatte. Der füllt die Leinwand, ohne es zu versuchen. Kein over-acting, dieser Bond ist bodenständig, ein Schläger im Massgeschneiderten, eitel, etwas selbstgefällig, aber irgendwo immer Rauhbein und Haudegen, ein rogue, sagt der Engländer. Den Gentleman hat er drübergepinselt.
Ich hoffe, dass sie ihn nicht weichspülen. Ich hoffe, dass das jetzt so bleibt, und dass noch viel mehr Filme kommen, die so sind.
Was den Rest des Films angeht: es ist schön zu sehen, dass Drehbuch-Autoren denselben Fehler machen wie ich in “Blakharons Fluch”: Der Plot ist auf 75% der Zeit gelaufen, danach klappert ein zweites Ende hinterher, das ewig dauert (die Liebesgeschichte war zu sehr ausgewalzt), und am Ende ist es eher ein Anti-Klimax. Bravo! Und ich dachte, nur ich könnte ein Ende so vor die Wand fahren.
Ein weiteres Problem des Films liegt darin, dass die beste Szene des Films ganz am Anfang kommt: die Verfolgungsjagd zu Fuss über die Baustelle. Das ist an Akrobatik und Körperbeherrschung und Eleganz nicht mehr zu toppen, was der Gründer des Free Runnings da macht. Unglaublich. Unfassbar. Ein Gedicht.
Unbedingte Empfehlung.
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November 24th, 2006 at 5:00 am
sieht so aus als könnt ich seit langem mal wieder was gutes im kino sehen
November 24th, 2006 at 12:25 pm
[…] Die Actionszenen wirken um Lichtjahre besser als jedes Laserschwert-Duell. Springt Bond fünf Meter tief, ist das aufregender als wenn Anakin fünftausend Meter zwischen Hochhausschluchten springt. Und Kratzer bekommt 007 auch ab, emotionale und körperliche. Wie Alex Wichert schreibt: “Craig nass, Craig blutig, Craig schwer atmend. Und ich dachte, niemand kann so photogen leiden wie Dolph Lundgren.“ Auch neu ist der offene Schluss. Bond ist etwas Geld verloren gegangen. Aber er hat seine Phrase gewonnen, die bis dahin nicht kam. […]
November 25th, 2006 at 1:32 am
@Mao-B: Genau! Tu ihn dir an.
Undzwar moeglichst bald. 
November 25th, 2006 at 1:32 pm
Dem kann ich mich nur anschliessen - der beste Bond-Film und -Darsteller seit vielen, vielen Jahren, im Prinzip seit Connery, IMHO!
December 2nd, 2006 at 4:57 pm
“Und ich dachte, niemand kann so photogen leiden wie Dolph Lundgren.”
das find ich gut.
ganz meine meinung: klasse film!
December 2nd, 2006 at 11:39 pm
Komplette Zustimmung. Klasse Film. Kann jetzt hoffentlich nicht wieder nur schlechter werden…