Lektorats-Modus
Ich habe in den vergangenen zwei Tagen 100 Seiten historischen Roman im Mittelalter gelesen, ca 75 Seiten historischen Roman aus der Antike, und gerade eben 30 Seiten Shadowrun-Roman. Drei verschiedene Autoren. Ich bin im Lese- und Korrigier-Modus, und zwar völlig.
Dann habe ich heute brav Tai Chi gemacht, ein “Gedicht” geschrieben (ich kann keine Gedichte) und jetzt gehe ich ins Bett. Ich war zwar selbst nicht sehr produktiv, aber der Riesenberg-Arbeit, der sich aufgestaut hat (all die angesammelten “klar, schick rueber”s) ist gut geschrumpft, und ich lese gern “unfertige” Bücher. Das hat was von einem Spaziergang auf einer Baustelle. Man sieht, wo noch Kabel raushängen, und wo noch was verputzt werden muss, aber das fertige Buch ist zu erahnen, und man wartet mit Spannung auf die Fortsetzung (und darauf, dass die Autoren einem die nächsten Kapitel schicken).
Vorteil ist - da ist noch was formbar, was verbesserbar, ein Manuskript ist erstmal nur ein Entwurf, und mitzuhelfen, hier einenTippfehler finden, da einen unnötigen Satz streichen - hat mir immer Spass gemacht.
Abgesehen davon, dass ich so etwas jetzt zu lesen kriege, was noch monatelang nicht an die Oeffentlichkeit kommt. Viele Manuskripte, die ich kenne, werden auch an keine Oeffentlichkeit kommen - das sind die Einsiedler unter den Büchern, die nie vor die Tür kommen, die schweigenden Perlen, die nur ganz wenige kennen. Auch das ist schön;
man gehört zu dem kleinen Kreis, für die das Buch geschrieben wurde.
Romane sind ganz besondere Tiere.
Ich werde jetzt die Woche das Buch meines Co-Schreiberlings durcharbeiten, und zwischendurch den Shadowrun-Roman durcharbeiten, das sollte beides bis zum Wochenende machbar sein.
Selbst gährt es bei mir - zu lesen führt bei mir automatisch auch wieder zum Schreiben. Einatmen, ausatmen. Im Moment atme ich ein. Aber es kommt. Es wird.
Vor Ende des Jahres steht das nächste Buch und die Leseprobe. Kreuzritter und Weihnachten, das passt. ![]()