Alex liest: Iron Empires
Die letzten Tage habe ich mir “versüsst” mit den beiden Iron Empires-Bänden: Faith Conquers und Sheva’s War von Christopher Moeller. Ich habe sie (recht) günstig über die Amazon Marketplaces in England bezogen. Englische Comics sind in England preislich ein wenig günstiger (33 EUR für den zweiten Band? Whuss?).
Zum Thema gibt’s auch ein Rollenspiel.
Moeller ist ganz klar ein Weltenbauer. Er baut einen kompletten Hintergrund - ein Sternenreich im Krieg, mit Adelshäusern, Kirchen, und Psionikern, und einer finsteren ausserirdischen Bedrohung. Es besteht eine gewisse Nähe zu Fading Suns, meinem anerkannten Lieblingssystem, und von der Atmosphäre auch zu Frank Herberts “Dune”.
Moeller scheint eine dieser beneidenswerten Doppelbegabungen zu sein: Schreiben und Malen. Meinen rechten Arm würde ich dafür geben, wenn ich auch nur ansatzweise in Bilder übersetzen könnte, was ich vor meinem geistigen Auge sehe beim Schreiben. Jedenfalls hat Moeller diese Bände offenbar gezeichnet und geschrieben - was irgendwie zu spüren ist. Die Vision dieser Gesellschaft ist geschlossen, die Bände auf eine Art “komplett”, wie ich das bisher selten erlebt habe. Wort und Bild passen perfekt. Moeller spricht mit beiden Zungen, beiden Sprachen.
Faith Conquers ist die Geschichte des Ordenskriegers Trevor Faith, der auf einen abgelegenen Planeten abgeschoben wird und sich dort als Kommandant der örtlichen Tempelgarde mit korrupten Politikern, unfähigen Offizieren und einer übermächtigen Bedrohung im Herzen der Kirche auseinandersetzen muss. Wobei die Auseinandersetzung tatsächlich ziemlich handgreiflich ist. Waffentechnik, Strategie, “Feeling” - alles sehr stark, der Hauptcharakter starrsinnig und unbeugsam, und Moeller schafft es, die Spannung zu halten.
Doch Trevor Faith hat kaum einen Makel. Diese hat Ahmi Sheva, Titelheldin des zweiten Bandes, zu genüge. Die Adlige nimmt sich jüngere Liebhaber, darunter, während einer Militäraktion, auch den Bauernburschen Hardi Degas, der gern “ein Held” werden will. Unsere Heldin wird nicht nur zwischen drei Männern zerissen (einer mehr als im klassischen Liebesplot), nein, sie ist angemessen fehlerhaft, teilweise arrogant, durchaus auch eigensüchtig. Moeller verzichtet auf die üblichen “Tittenmonster” und gibt einem weiblichen Charaktere eine Tiefe, die zeigt, dass er bessere Charaktere bauen kann als Trevor Faith, der mehr klassischer Actionheld ist.
Beide Bände zusammen ergeben einen Abriss der Welt(en), und erzählen spannende Stories, mit Liebe zum Detail, zum kleinen Schnörkel, der Tiefe gibt und die man beim zweiten Lesen auch noch geniessen kann.
Sehr schön. Da bekommt man Heimweh zur Space Fantasy.
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