Samstag Nachmittag …

… eigentlich die perfekte Zeit, um zu schreiben. Stattdessen surfe ich durch die Gegend und beantworte Emails. Ich schaffe es wenigstens, nicht zu lektorieren, denn dann wäre der Tag schreibtechnisch gelaufen.

Der F-Shop hat “Fatimas Tränen” angekündigt, dabei aber eine Fehlinformation in die Welt gesetzt. Fatimas Tränen spielt *nicht* in Russland. Es gibt einige Flashbacks in Russland, aber spielen tut das ganze in London, Pakistan und Afghanistan. Ausserdem im Astralraum.

Und der liebe Herr Quere (er ist lieb! Ich hab ihn kennengelernt) hat mich dann auch wieder “geoutet”. Dazu hab ich schon häufiger was geschrieben. Er hat’s nicht böse gemeint, aber der Puls geht trotzdem immer wieder hoch. Solange es keine Endung für “Autor” gibt, die ausdrückt, dass ich ein Transgender bin, verwende ich für mich die geschlechtsneutralere Bezeichnung Autor.

Nicht Autorin.

Ich weiss, dass es schwer zu verstehen ist, aber ich hab mir das nicht ausgedacht und das ist kein Spiel. Alles andere fühlt sich unaufrichtig und gelogen an. Manchmal spiele ich doch mit dem Gedanken, den Prozess der Operation zu beginnen. Lukas scheint damit glücklich zu sein. Ein anderes Transgender in meinem Freundeskreis lebt jetzt die weibliche Seite aus und scheint befreit.

Nur leide ich nicht mehr unter meinem Körper; er ist im wesentlichen ein Werkzeug, und man arangiert sich, so, wie man lieber ein cooles Auto fahren möchte, aber mit einem Nissan Micra vorlieb nehmen muss. Und eine Geschlechts”anpassung” ist keine kleine Sache. Ich lasse sehr ungern an mir herumschneiden - und die Schilderung der Operation (vom Kostenpunkt ganz zu schweigen) reicht, dass mir schlecht wird. Mir das anzutun, nur, damit ich in die Geschlechterschubladen meiner Umwelt passe? WTF?

Anyway. Ich will heute wenigstens eine Szene schreiben. Und keineswegs meine alten Werke nochmal lesen; obwohl die beiden Fantasy-Romane kitzeln, und Blakharons Fluch, den ich ewig nicht mehr gelesen habe und mich auch kaum noch dran erinnern kann.

Wenigstens eine Szene.

Hintern hochkriegen - das ist heute das Problem.

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