Das Leben hat mich wieder …
Gestern war ich brav fechten, obwohl ich immer noch wie gerädert bin. Schatzi will, dass ich mehr Zeit mit ihm verbringe (recht hat er), zum Beispiel Kino dieses Wochenende. Da wir ohnehin zu einer house warming party (”Einweihungsfeier”) geladen sind, wird dieses Wochenende *nicht* aus Ueberarbeiten bestehen. Vielleicht schaffen wir’s sogar zum Last King of Scotland - der scheint sehr gut zu sein.
Heute habe ich eine Freundin animiert, einen historischen Roman in der Renaissance zu schreiben. Ich habe mir aus Deutschland einen aktuellen historischen Bestseller mitgenommen, um zu sehen, was an dem Buch so gut ist, dass 200+ Amazon-Rezensionen die Schwarte in den Himmel loben. Tja. Ich denke, es ist der reisserische Titel, geschrieben ist das Ding nämlich nicht sonderlich: Wackelperspektiven, simple Sprache, Charaktere, gegen die die Gegner, die man in Doom plattmacht, gut ausgearbeitet sind, und der Plot schleppt sich ca 400 Seiten, bevor was passiert. Der Sex ist *richtig* schlecht beschrieben, und emotionale Beteiligung ist null.
Wollen Leser sowas, oder konnten die Autoren’s nicht besser?
Jedenfalls hat mich das wieder von der Bestseller-Liste geheilt. Und ich kann mit reinem Gewissen jedem Freund, der verletzungsfrei einen Absatz zusammengeschrieben kriegt, dringend empfehlen, historische Romane zu schreiben - offenbar wird jeder Scheiss gedruckt - und sogar ein Erfolg.
Das motiviert mich extrem, mich an mein Teil zu machen, und einfach was zusammenzukritzeln. Funktioniert ja anscheinend ganz einfach. Nur bin ich leider zu sehr Perfektionist, um mich so aus der Affäre zu ziehen. Verdammt. Wenn ich etwas unmoralischer wäre, liesse sich wirklich Geld verdienen.
Ich denke, ich schnappe mir jetzt mein schönes neues Buch über die mittelalterliche Jagd, lege den Laptop neben’s Bett, und lese ein bisschen. Es gibt ein Wildschwein zu töten. ![]()