… aber wenigstens kein Kater …

Die house warming party war witzig. Schatzi kam erst später nach, der musste sich erst zuende ansehen, wie die irische Rugby-Mannschaft mit der englischen Rugby-Mannschaft den Boden gewischt hat (43:16 oder so).

Wir drei Deutschen haben uns recht zeitig in die Küche zurückgezogen, weil’s da etwas kommunikativer war, und uns dann gegenseitig auf den neuesten Stand gebracht. Lustig an englischen Parties ist, wenn da steht: fängt um 18 Uhr an, und man kommt 45 Minuten zu spät, dann sind nur die anderen Deutschen da. Wir finden’s unhöflich, sehr viel später anzukommen, als auf der Einladung steht. Die meisten Engländer kamen gegen 20 Uhr. Und bis ca 22:30 kamen noch etliche Nachzügler.

Lustig waren auch die Masken. Von Slasher-Masken (Michael Myers, Hannibal-Bisschutz, Hockey-Maske) bis zu kosmetischen Augenmasken (a la American Psycho), über mexikanische Wrestler-Masken war alles vertreten. Die englischen Mädels hatten ein etwas gestörtes Verhältnis zur Selbstironie - das waren dann befederte und bestrasste Halb-Masken, die an diverse kitschige Musik-Videos aus den 80ern erinnerten. Jeder fand meine Fechtmaske klasse, die ich dann wirklich, wie geplant, stylisch unter dem Arm tragen konnte. Auch gut an so einem Prop ist - man weiss wohin mit den Händen. Hab ich von Vampire Live gelernt.

Schatzi kam dann auch mit Fechtmaske (und zog seine Kaputze vom Pulli drüber) - wir gaben ihm dann noch ein grosses Messer in die Hand, und dann wurden Photos gemacht. Sah sehr gruselig aus. :-)

Ich habe wieder mal gelernt, was ich für ein Alkohol-Leichtgewicht bin. Trotz Käse und Chips war ich nach einen Glas Weisswein, einer Monster-Caipirinha (zu viel Cachaca, viel zuviel Cachaca), einem Schluck “Grüne Witwe” (Engländer nennen die Kombination aus blauem Sprit mit O-Saft “Green Monster“), und einem Schlückchen Schampus (auch “bubbly” oder “fiz“) nicht mehr ganz zu einer geraden Linie in der Lage. Machte auch nichts, ich hab an dem Punkt aufgehört, wo ich still geworden wäre. Also ein Drink vor dem Moralischen.

Ein paar der Leute eignen sich wunderbar als Nebencharaktere für irgendwas - was, weiss ich noch nicht, aber sie sind gespeichert. Die Gastgeber sind ein sehr nettes Paar (er Engländer aus dem Norden, sie Australierin), sie mittlerweile im 6. Monat, gerade frisch in einen besseren Stadtteil umgezogen (ja, in Brixton muss man nicht wirklich ein Kind in die Welt setzen, da ist Herne Hill schon eher geeignet), und ich schaue mir sowas an und denke, mit einem ganz eigenartigen Gefühl, dass das genau die Normalität ist, die ich nie haben werde - und auch nicht will. In meinen dunkleren Zeiten hätte ich alle Menschen, die so glücklich sind, verachtet (ja, ich war ein sehr zorniger Teenager), und ein Kind ist für mich fremdartiger - und etwa genauso erstrebenswert - wie ein Alien aus dem gleichnamigen Film. Widerlich und abstossend in der Vorstellung, aber ich freue mich für die beiden, denn es macht sie ganz offensichtlich glücklich.

Dann ist mir heute morgen das Pseudonym für die historischen Romane eingefallen. Ich nehme eine Fassung meines Namens, die meine Mutter als Alternative im Kopf hatte (ein Doppelname) und dazu den Nachnamen von Schatzi, eingedeutscht. Das passt dann. Klingt auch gut.

Vermutlich gibt’s dann, wenn’s soweit ist, auch eine Webseite. Aber noch ein Blog halte ich für recht unwahrscheinlich. Vermutlich sieht das ganze dann eher so aus wie bei Alessandra Bernardi und Iris Kammerer.

So, frühstücken, dann ein bisschen Arbeit an Church Fiefs, und dann schauen wir eine DVD. Alles in allem ein sehr ruhiger Sonntag.

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