Und die wichtigen Dinge geschehen unberichtet …
Diese Woche habe ich ein Nebenprojekt (zum Teil) abgeschlossen. Wir haben zu zweit eine Viertelmillion Wörter in 10 Monaten geschrieben. Woah. Alles auf Englisch, alles unter anderem Namen, und alles nicht jugendfrei.
Und über die letzten Wochen ist mir ein Internet-Kontakt unheimlich ans Herz gewachsen, der jetzt für 10 Tage in die Heimat verschwindet. Das Leben ist voller seltsamer Zufälle und noch merkwürdigerer Wendungen. Verlier Freunde, gewinn Freunde. Kränke einen Menschen und bring einen anderem zum Lächeln. Ich hab manchmal meine Schwierigkeiten, das nachzuvollziehen. Manche Dinge sind eben so. Dass das alles keinen Sinn ergibt und dass es keinen Regisseur in meinem Leben gibt (und wenn, hätte er das Drehbuch abgenehnt) - damit muss ich mich abfinden. Der mittelalterliche Mensch, der im Zentrum von Gottes Plan arbeiten konnte, hatte es da leichter.
Und dann hat mir “mein Professor” geschrieben, was auch klasse war. Wenn Leute, die mich so stark beeinflusst haben, sich noch für mich interessieren und im Kontakt bleiben, dann fühle ich mich fast “geankert”, dann hat da was noch Bedeutung.
Ich glaube, die grosse mental-emotionale Krise kommt, wenn mein Personalausweis nicht verlängert wird. Die Botschaft stellt keine Persos aus, nur Reisepässe. Ich hätte dann einen Reisepass und bin kein Deutscher, sondern nur noch “Auslandsdeutscher”. Expat, das Wort ist kürzer, aber trifft nicht ganz zu, jedenfalls nach Wikipedia-Eintrag.
Komisch, für mich hat das den Geschmack von: “Tja, erledigt, einer weniger, um den wir uns kümmern müssen.” Deutscher Zweiter Klasse. Ohne Brite zu sein, und auch in London “nur auf der Durchreise”, “nur zum Arbeiten”.
Deprimierend. Und dann denke ich an die ganzen Exil- und Expat-Schreiberlinge und bin wieder in bester Gesellschaft. Trotzdem deprimierend.
In der Firma war heute “Comic Relief”, bzw “Red Nose Day” (veranstaltet von Comic Relief). Es handelt sich dabei um eine Spendenaktion für alles Mögliche. Innerhalb der Firma sind wir also dann mit dem Spendenkörbchen herumgezogen und haben den Leuten auch noch Kekse und Schoki (günstig aus dem deutschen LIDL) angeboten. Dann das Geld gezählt. War, würde ich sagen, ein voller Erfolg.
Oder, wie Schatzi sagt, für das Engagement werden mir zweieinhalb Wochen Fegefeuer erlassen. *g*
Morgen geht Schatzi zum Invictus Fecht-Turnier (und wird ganz sicher böse zusammengehauen). Sonntag dann sein Geburtstag.
Keine Nachrichten von Fatima. Trotzdem ist das Leben im Moment zu ertragen.
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