Mission erfüllt: Daumen gekocht
Klein-Alex wollte heute morgen mal “nett” sein (ja, ich weiss, schwer vorstellbar …), ich ging also zur Post, um ein Päckchen gen Schottland zu schicken, kehre unterwegs bei der Bäckerei ein, hole da Kuchen (Karottenkuchen) und Pasties (mit Käse und Zwiebel gefüllt herzhafte Teilchen), und stelle mich in die Küche, um der romantischen Hauptrolle (”romantic lead“) in meinem Leben Frühstück zu bereiten.
Zum Frühstück gehört Kaffee. Also Espressomaschine angeschmissen, und nebenbei rasch gespült. Zur Espresso-Maschine muss man sagen, dass meine Langzeit-Leihgabe von Krups vor einem Jahr den Geist aufgegeben hat, und danach kauften wir uns eine Billig-Maschine, die trotz Preis (umgerechnet 50 EUR) ganz ordentlichen Kaffee macht. Korrektur: machte.
Während ich die Milch aufschäumte, bringt die Maschine irgendwie viel mehr Dampf zusammen als sonst, und bevor ich mir noch was dabei denken konnte (hey, es war um 10 Uhr an einem Samstag, und vor Kaffee) EXPLODIERT das ganze Teil in einer Wolke heissen Dampfes - als Action-Fan denke ich an das Schlimmste (”oh shit, ich bin tot”), springe mit einem “SHIT!” quer durch die Küche zurück, aber dann hat sich der Dampf und Druck schon verteilt, und trotz anderslautender Befürchtungen, bin ich noch am Leben (ich hätte nicht soviel über Landminen recherchieren dürfen …).
Die Maschine ist rasch vom Netz genommen und darf abkühlen. Die linke Hand geht unter kaltes Wasser, dann serviere ich Frühstück und berichte von dem Fiasko. Mein linker Daumen ist jetzt rot und tut weh. Ich hab Eiswürfel in ein Küchentuch gepackt und lege es immer wieder auf, bis der “Heiss”-Schmerz dem “Kalt”-Schmerz weicht.
Und surfe parallel auf Amazon herum. Ich traue englischen Küchenmaschinen nicht mehr über den Weg. Ich will eine Krups. Die werden sicher auch in China billig zusammengekloppt, aber vielleicht sind die ein klein wenig sicherer. In den Geschäften hier gehen die Maschinen so ab £150+ (230 EUR) über die Ladentheke, und das ist noch nichtmal teuer im Vergleich.
In einer Nation von Tee-Trinkern ist Kaffee was Exotisches, was man bei Starbucks trinkt (und ein Vermögen für mittelprächtigen Kaffee zahlt). Kaffeemaschinen hat fast niemand, und die Leute, die italienischen Espresso von deren Instant-Plörre unterscheiden können, sind die Top-Verdiener (Marketing-Talk: Die ABs und C1s) - und die zahlen gern beliebige Preise dafür - man ist hier im “ShoppingistGeil”-Land, und Shopping heisst, nicht aufs Preisschild zu schauen. Hier herrscht die “Instant Gratification“-Mentalität: Ich will haben, und zwar SOFORT.
Götter sei Dank hat Amazon Espresso-Maschinen. Ohne Kaffee bin ich nur ein halber Mensch.
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