Ein paar Messe-Beobachtungen

Die Rollenspielszene ist in Bewegung. Die einen sagen, sie ist im Niedergang, andere sagen, nach dem Niedergang steht jetzt die lange, langsame Stagnation ins Haus. Gleichzeitig sehen wir RPG-Schmieden wie die Leute von Nornis, Arcane Codex, Degenesis und nicht zuletzt natürlich RedBrick, die trotzdem weiter unverdrossen Bücher machen.

Seit FanPro mit DSA die Kronjuwelen an Ulisses übergeben hat, Feder & Schwert ein paar ganz dicke Lizenzen erworben hat, und die Shadowrun-Lizenzen im Raum schwebt, lebt die Szene ganz sicher in interessanten Zeiten. Trotzdem macht sie weiter Bücher.

Der Mario Truant-Verlag hat sich laut Interview auf DORP.TV ganz aus dem Rollenspiel zurückgezogen (was vielleicht auch nicht das Schlechteste war). Anderen Mitbewerbern gehen die Lizenzen und die Zeit aus; die Situation um Earthdawn war nie spannender. Eines der etablierten deutschen Nischen-Systeme wird in den nächsten paar Jahren wohl eingestellt, wenn ich der Gerüchteküche glauben will.

Und dazu der Markt, der böse, böse Markt. Ein Insider beschrieb die Situation so: “Der Markt ist auf ein Zehntel geschrumpft, aber die Anzahl der Produkte bleibt gleich. Die Konkurrenz ist ungleich härter.” Sicherlich beissen uns World of WarCrack, Second Life (das krass überhyped ist), Trading Card Games und die zunehmend “interaktiver” werdenden Konsolen (Xbox Live et al) den Nachwuchs weg. Rollenspiel ist jetzt im Mainstream, jeder spielt WarCrack aber Pen & Paper bleibt eine Nische. Wird immer mehr zur Nische.

Für mich besonders augenfällig auf der letzten SPIEL: Jeder, der zu unserem Stand kam, kannte Fading Suns. Darüber freut man sich zuerst, und dann wird man nachdenklich. Wenn ich auf vergangenen Messen ca 80mal “die volle Packung” ausgeteilt habe - also Interessenten die ganze Welt erklärt habe (was auf Dauer echt anstrengend ist), hatte ich auf der ganzen Messe vielleicht 2 “volle Packungen”; zwei Leute, die sich für das Spiel interessierten und es nicht kannten. Alle anderen waren Sammler, aktive Fading Suns Spieler, und Wieder-Einsteiger.

Auch augenfällig: Fading Suns Spieler sind in meinem Alter. Ab Mitte 20 bis Mitte 30, manche auch noch älter, aber das ist die Generation. Gut, ein englisches Regelwerk verlangt solide Englischkenntnisse - es *kann* sich mit der dt. Ausgabe ändern; aber man sah wirklich wenige picklige Schulkinder in den Hallen. Mag an der Verteilung der Ferien gelegen haben.

Stirbt das Hobby deswegen? Gute Frage. Es heisst definitiv, dass das unsere Zielgruppe ist: Rollenspiel-Erfahrene, Erwachsene um 25-35. Fading Suns ist sicher kein Einsteiger-Spiel. Wenn man die Leute fragt, wo sie rollenspielhistorisch herkommen, dann landen viele nach X Systemen bei uns - und viele bleiben dann für immer.

Was bedeutet das? Wir produzieren für eine kleine Gruppe. Eine Nische in einer Nische. Fading Suns war nie Breitensport; es hat noch unausgeschöpftes Potential, und ich bin da ganz optimistisch, was unsere Wachstumschancen angeht, aber wir werden nie so gross wie DSA, Shadowrun oder D&D. (Andererseits lässt sich keines dieser drei nebenbei als Hobby machen, von daher, Glück gehabt!).

Eine weitere Beobachtung: Die Preise. Scorpio vom Dorp äusserte sich wiederholt enttäuscht über fehlende “reduzierte Exemplare” auf diversen Cons & Events. Ich denke, da wird man sich umgewöhnen müssen. Ich habe zwar auch viel aus “Grabbelkisten” gekauft, und “Messepreise” erwartet man auch auch, aber die Realität sieht mittlerweile anders aus.

Die Standpreise der Messe Essen wachsen enorm schnell. Ich erinnere mich noch an Zeiten, da ein Stand wie unserer ca 300-500 DM kostete. Mittlerweile sind das EUR mal zwei. Der Merz-Verlag nimmt es also von den Lebenden.

Und dann ist der Stand noch nicht ausgestattet (Tische, Stühle, Regale, Teppich, Behänge, Promo-Material), und dann steht ein kleiner Laden plötzlich mit weit über tausend EUR in der Kreide und muss das erstmal wieder reinholen.

Denn, ob er das wieder reinholen kann, entscheidet letztendlich, ob der kleine Laden im nächsten Jahr auch wieder da sein wird. Kein Wunder, dass viele Aussteller nicht mehr da waren. Messen sind fast immer ein Verlust, aber der Verlust wurde in letzten Jahren immer grösser, und da rechnet es sich irgendwann einfach nicht mehr.

Den kostbaren Platz dann mit Ramsch zuzustellen macht nur Sinn, wenn man ein Lager räumen muss, ohnehin kurz vor dem Konkurs steht und versucht abzustossen, was abzustossen ist, oder sehr günstig an jemandes’ Ramsch gekommen ist (zum Beispiel aus dem Konkurs eines RPG-Ladens/-Verlags). In vielen Fällen gibt’s aber keinen Ramsch bei den kleinen Läden. Einzelne beschädigte Exemplare kann man sicher reduzieren, aber die eigentliche Ware leider nicht.

Man darf dabei nicht vergessen, unter welchen Umständen die “Kleinen” ihre Rollenspiele produzieren. Regelwerke haben eine recht lange Produktionsdauer (Schreiben, Lektorat, Playtesting)–wenn ich nur von “Church Fiefs” ausgehe, stecken da 2 Monate Lektoratsarbeit, Satz und Gegenchecken drin. “Arcane Tech” dauert bisher gut 4 Monate. Wenn wir 3-4 Produkte pro Jahr machen wollen, gehen wir bereits hart an die Grenze unserer (gegenwärtigen) Möglichkeiten.

Viele Regelwerke werden in extrem teuren Kleinauflagen gedruckt (wo das einzelne Exemplar bereits einen erheblichen Sachwert darstellt), oder in extrem teuren mittelgrossen Auflagen (wo das einzelne Exemplar billiger ist, aber die Gesamtkosten der Auflage einem die Schuhe ausziehen). Dabei sprechen wir von vielleicht 2.500 Exemplaren, wenn es sich “rechnen” soll.

Dann wollen die Distributoren einen grossen Happen des Verkauspreises, der Spieleladen will auch noch Geld verdienen, und dann ist da die Steuer. Bei einem Hardcover, das über den normalen Vertrieb geht, kann man sagen, dass ein Buch, das am Ende für 45 EUR im Laden steht (kein ungewöhnlicher Preis mehr für Regelwerke, aber ich nehme die Zahl, weil damit am besten zu rechnen ist), für ein Drittel dieses Preises hergestellt werden muss.

Von den 45 EUR bleiben dann 15 EUR beim Hersteller. Der es, für diese Summe, genau, entwickeln, schreiben, und drucken lassen muss. Von der Uebersetzung wollen wir ganz schweigen; man muss sich nur einige Uebersetzungen ansehen, um zu sehen, dass das ein Englisch-LKler mit einem kleinen Langenscheidt unter Zeitdruck gemacht hat und dann von jemandem lektoriert wurde, der Englisch auch nicht besser kann.

Bei einer kleinen Auflage frisst das allermeiste Geld der Druck; und die Kohle muss aufgebracht werden, bevor ein einziges Buch verkauft ist. Und plötzlich stehen Klein- und Kleinstverlage mit gut fünfstelligen Euro-Summen im Rot, oder bringen Erbschaften durch. Viele davon sind junge Leute, die das Eigenkapital schlicht nicht haben. Und oft stehen diese Leute vor der Entscheidung: Stecke ich den Bausparvertrag in die Auflage meines Regelwerks, oder zahle ich davon eine Eigentumswohnung an, damit ich im Alter noch was davon habe?

Aber mit einem Buch ist es nicht getan. Um zu zeigen, dass das System “lebt”, muss irgendwann das erste Zusatzbuch erscheinen. Und zwar zeitlich so nah, dass das Hauptregelwerk noch längst nicht die Kohle wieder reingeholt hat. (Nach einer Berechnung dauert’s bei gegenwärtigen deutschen Markt wenigstens 3-4 Jahre, bis die Erstauflage des Regelwerks verkauft ist - das sind ein paar hundert Stück pro Jahr).

Also wieder dran an die Hypothek, ans Eigenkapital, zur Bank, um das zweite oder gar dritte Buch zu produzieren. Und dann hoffen, dass man mit der mittlerweile oft sechstelligen Investition nicht brutal auf die Nase fällt. In einem schrumpfenden/stagnierenden Markt, mit viel Konkurrenz, gegen Riesen mit Marketing-Budget (oft aus USA) und einer Käuferschicht, die dann noch alles “billig, billig!” haben will.

Ich hab den grössten Respekt vor diesem Idealismus. Ich würde nämlich, ganz ehrlich, die Eigentumswohnung wählen.

Wir werden uns also umgewöhnen müssen (und das sage ich auch als Käufer, und nicht nur als Chefredakteur Fading Suns).

Zum ersten sind Regelwerke kein Gemüse, wo man auf dem Türkenmarkt noch ein paar Prozente rausschlagen kann. Die deutsche Buchindustrie hat sich schon ein böses Eigentor geschossen, in dem sie Bücher wie “jede andere Ware” verkauft. Bücher sind aber ein Kulturgut - aber ob das je den Marketing- und Sales-fixierten Fritzen aufgehen wird, die selbst meist gar nicht lesen?

Zum zweiten - stimmt das überhaupt, dass die Kundschaft alles “billig! billig!” haben will?

Mittlerweile schimpfen viele darüber, dass Regelwerke immer teurer werden. Klar. Hochglanz, Hardcover, Komplett-Farbe, professionelles Layout, das kostet. Aber das wollen die Leute auch haben. Das Hobby wird immer visueller - und Artwork kostet. Texte sind rasch geschrieben, Artwork dagegen ist aufwendig, und entsprechend teuer, wenn man Leute nimmt, die ihren Preis kennen. Und in der Klein- und Winzigst-Auflage, die auf dem dt. Markt gerade eben noch zu machen ist, lässt sich das Endprodukt preislich absolut nicht mit den Produkten auf dem amerikanischen Markt vergleichen, wo zehn- und hunderttausender Auflagen noch ohne weiteres zu machen sind.

Aus meiner Erfahrung: unsere Zielgruppe weiss, dass sich der Markt geändert hat. Ich hatte zwar einige Leute am Stand, die dann versuchten, zu handeln (oft ging’s dabei um einen Euro), aber die allermeisten wissen, was sie dafür kriegen und zahlen es auch, anstandslos. Wir haben ohnehin lieber “Goodies” draufgetan, als im Preis runterzugehen.

Andere haben versucht, 5 bis 10 EUR bei einem Preis runterzugehen, bei dem das genau unsere “Gewinnspanne” gewesen wäre. Da lächelt man höflich und sagt: “Nein danke.” Dann erklärt man das mit den Produktionskosten und den Ausstellungskosten, und dann zahlen sie’s am Ende doch. Sehr oft ist das auch ein Abchecken, ein “Versuchen kann man’s ja.” Die Media-Markt-Mentalität. Diese Denke ist umso befremdlicher, weil ich mittlerweile fast 3 Jahre lang in einem Land lebe, wo das Wirtschaftswachstum von starker Binnenkonjunktur getragen wird - im Klardeutsch: Die Engländer geben Geld aus, weil’s Spass macht, und weil es auch Teil des eigenen Sozialstatus’ ist, eben *nicht* bei Aldi, Lidl, Asda oder Tesco einkaufen zu “müssen”.

Es ist ein Nischenprodukt, mit dem niemand mehr Geld verdient. In gewisser Weise ist es auch ein Luxus-Produkt. Niemand braucht Rollenspiele zum Leben. Es ist ein Hobby-Produkt, von Fans erstellt, vertrieben, verkauft, supportet.

RedBrick hat eine Lösung gefunden, wie man’s auch heute noch machen kann, und vielleicht werden die Zeiten auch irgendwann mal anders. Wir sehen die Situation optimistisch, aber auch deshalb, weil wir ganz andere Erwartungen haben als andere Verlage: Wir machen es, um Bücher zu machen, um Systeme am Leben zu halten, die wir lieben. Ohne die Fans ginge das nicht. Es ist Fan-Arbeit, die ihren Preis hat; und das ist, um’s mit Wowi zu sagen, auch gut so.

Explore posts in the same categories: Fading Suns

16 Comments on “Ein paar Messe-Beobachtungen”

  1. Stefan Says:

    “Eines der etablierten deutschen Nischen-Systeme wird in den nächsten paar Jahren wohl eingestellt, wenn ich der Gerüchteküche glauben will.”

    Kannst du einen Link oder sonstigen Hinweis auf das System geben?

  2. AlexW Says:

    Leider nicht. Es ist ein Geruecht, das will ich ungern weiter breittreten. :)

  3. Tom Says:

    Ich tippe da mal auf Engel.

  4. Jan Says:

    Interessante Beobachtungen - da muss ich doch mal was zu los werden! :)

    Also zuerst einmal: Ich denke auch, dass sich der Markt geändert hat. Die “picklige[n] Schulkinder” sind entweder zu TableTops oder zu Computer-MMORPGs ala WoW & Co. abgewandert. Meine Freunde und die Freunde meiner Freunde und die Fr-…und ich.. haben selbst verpickelt Mitte/Ende der 90er mit P’n'P Rollenspielen angefangen. Damals gab es außer uns auch noch die 3-4 Jahre älteren Cracks, bei denen wir, wenn wir artig waren, auch mal mitspielen durften. Das war damals eine große Ehre und man erzählt sich noch heute davon. Aber wir alle mussten feststellen, dass in den letzten 10 Jahren kein uns bekannter “Neuling” nachgewachsen ist, der mal bei uns reinschnuppern würde. Ja, wir kennen garkeine Rollenspielgruppe, außer der unsrigen und den immernoch bestehenden, alten Gruppen. Es scheint zumindest in unserem Raum Darmstadt/Dieburg keinen Pen and Paper-Nachwuchs zu geben.

    Eine kleine Geschichte zu “Messepreisen”:
    Der allseits beliebte und belagerte Stand der Heidelberger Spieleverlag Fantasy in Halle 9, bietet vom Transport beschädigte DOOM-Brettspiele für 35 EUR an. Originalpreis ohne Schaden: 45 EUR — soweit, so gut.
    Die Transportschäden waren minimal, kaum merkbar, somit eigentlich ein Schnäppchen. Denkt man.
    Klein-Jan hat nur noch 20EUR einstecken und denkt sich in seinem alljährlichen Wahn, geplagt von monetärer Verschwendungssucht gegen Ende der Spielemesse: Ich-will-Doom-für-20-EUR-haben.
    Also habe ich angefangen zu suchen….40EUR, 32EUR, weniger ging aber nicht. Bis ich durch Zufall in den zweiten, etwas kleineren, unbekannten Stand, auch von Heidelberger - aber eben die “normalen” Spiele, keine Fantasy Flight Games - , reingestolpert bin und dort tatsächlich einen rieeeesigen Stapel DOOM-Spiele, unbeschädigt für 21EUR finde!
    Wow! Begeisterung! Gleich gekauft und glücklich gewesen!
    Zeitgleich hat jedoch ein Kumpel von mir die Suche aufgegeben und die 35EUR für DOOM investiert. Als er mein Schnäppchen, das immerhin an einem Stand des selben Verlags verkauft wurde, entdeckte, war er natürlich außer sich und wollte das nicht begreifen/akzeptieren. Der Heidelberger Stand in Halle 9 hat sich, trotz einleuchtender Argumente, jedoch wider Erwartens nicht darauf eingelassen, ihm 10EUR zurückzugeben. Erst eine weitere Beschwerde bei dem “normalen”, also “meinem” Stand und die angedrohte Kontaktierung des Geschäftsführers (der die ganze Zeit von Fernsehteams belagert wurde) brachten dann endlich das gewünschte Resultat. Das, und auch der “Exklusivpreis” von 70EUR für das Starcraft-Brettspiel, welches es im Internet schon seit dem Tag der Messeeröffnung für 58EUR gibt, sind für mich aber klare Maßnahmen der Abzocke unwissender Kunden und rechtfertigen nicht die hohen Entwicklungskosten für, in diesem Fall (Brett-), Spiele. Denn Heidelberger weis genau: Die kaufen unsere Spiele, egal zu welchem Preis - weil sie nämlich geil drauf sind und ihr Lieblings-PC-Spiel als Brettspiel besitzen wollen (Doom, WoW, Starcraft, oftmals die selbe Masche…).

    Noch ein paar kurze Anmerkungen:
    Ich freue mich über Regelwerke, die aus einem qualitativ hochwertigen Buch bestehen, die man aber auch nach Jahren noch mit nur diesem einen Buch spielen kann, ohne total “out” zu sein. Siehe: Call of Cthulhu, z.B.
    Daher verstehe ich nicht, warum Verlage gezwungen sind, unbedingt eine Expansion herauszubringen, wenn es doch fast ein Verlustgeschäft ist. Lieber ein gut illustriertes, fehlerfreies, liebevolles Hardcover-Monument in großer Auflage. Wenn es was Besonderes ist (also außergewöhnlich gut illustriert/fehlerfrei/fantastisch), wird es sich auch zu einem hohen Preis in großer Stückzahl verkaufen. Aber ich bin nur Konsument…Laie. Auch wenn ich Buchwissenschaft studiere ;)

    Ansonsten bin ich froh, dass man überhaupt noch Sachen auf der SPIEL kaufen kann. Bei der Musikmesse ist es z.B. verboten, so dass die japanischen Klavierhersteller ihre von Wärme/Zugluft verzogene Ware zu deren Ärgernis wieder nach Hause fliegen müssen. Trotzdem muss ein Messepreis so günstig sein, wie der niedrigste Preis im Internet. Die Händler dort beziehen die Ware immerhin vom Verlag und müssen noch dessen Gewinnspanne / Transportkosten und evtl. einen Zwischenhändler und Steuern zahlen, also kann der Verlag selbst auf der Messe nicht teurer sein - bei aller Liebe. Wenn ich sowas rausbekomme wird verhandelt und das ist in meinen Augen keine Geiz-ist-geil Manier, sondern eine, zufälligerweise auch von Mediamarkt propagierte, ich-bin-doch-nicht-blöd (und kauf die angegrabbelten Sachen bei euch teurer als vom Heim-PC aus) Einstellung…”und ihr denkt doch nicht wirklich, dass ich es bin, oder?”
    Die enormen Preisschwankungen von bis zu 20 EUR zwischen zwei benachbarten Ständen zeigen nämlich, dass eben doch Spielraum vorhanden ist. Wenn das Angebotene System aber einen fairen Preis hat und qualitativ in Ordnung ist, brauch man natürlich nicht über Verhandeln nachzudenken. Ich denke mir immer, dass es einen Grund geben muss, warum jemand das Verhandeln anfängt. Weil sonst wäre der Preis ja schon von Anfang an billiger…

    Huiii…alles ein wenig länger geworden, als geplant.
    Schönen Abend noch! :)
    Jan

    P.S.: Vergiss die Rezensions-Verlosung nicht ;)

  5. Jari Says:

    Dazu möcht ich auch meine Einstellung kund tun. Mir ist das bei Musik aufgefallen.
    Ich kaufe sehr selten welche. Meist nur von Künstleren deren frühere Alben mir schon gefallen haben, oder wo mich mindestens 5 Lieder echt überzeugten. Also waren es im letzten Jahr etwa 3 Alben. Auf der Messe habe ich “mal eben” eine CD für 15€ gekauft weil da Musik drauf sein könnte die gut in meine Gruppe passt. Sonst finde ich 10€ schon viel. Warum ich es doch gekauft habe? Und das zu einem Preis den ich sonst nicht bereit bin zu bezahlen? Weil mich das Produkt angesprochen hat. Es passt in mein Hobby und ich hoffe damit noch viele Abende Spass zu haben.

    Zu Hobby ein kleines hal-Zitat (bekomme es nicht mehr ganz hin): Hobby heißt, mit möglichst viel Aufwand, möglichst wenig zu erreichen. Passt ganz gut. Wobei man ja viel Spass “erreicht” :D

    Ich bin auf der Messe auch weniger auf Schnäppchen aus. Ich kaufe FS immer am Stand, weil ichs anfassen will. Weil es ein Ritual geworden ist :) (Und ich Bestellungen übers Internet noch nicht so ganz traue, sagt der Nerd…) Über Rabatte freut man sich, aber ich plane sowas niemals ein. (goodies auch immer gerne gesehen ;) ) Wenn das Geld alle ist, ist es alle. Dann werden es eben 1-3 Spiele weniger. Für die “must-haves” ist immer Platz. Auch wenn sie nicht 10 sondern 25 kosten.

    Davon ab, wäre es für unsere gesammte Gesellschaft einfach inteligenter einzusehen dass Geiz-ist-Geil in unseren Untergang führt. ich sehe das ganze aus Konstrukteurssicht. Man kann einfach nicht alles für ganz billig haben wollen und dann auch noch Qualität erwarten. Wobei Qualitätsware meist mehr Arbeistkraft braucht, so dass es mehr Leute gibt die sie bezahlen können. (Und nicht Arbeitslos oder gering-beschäftigt sind)

    Ich freue mich auf die Zeit nach meinem Studium in denen ich ohne Probleme auf Qualität achten kann und mich der Preis nicht wirklich interessieren muss. Man muss aber auch wissen wo der Centartikel angebracht ist. Nur sowas braucht Hirn, keine Pauschalisierung. Ein seltenes Gut…

    (hatte es schonmal abgeschickt, hoffe ist jetzt nicht doppelt)

  6. Eismann Says:

    Moin

    Es ist schon recht auffällig, dass der Bereich für P&P-Rollenspiele auf der Spielemesse so langsam vor sich hin schmilzt, während LARP und leider auch Ramsch sich nach und nach ausbreiten. Das ist zumindest mein subjektiver Eindruck.

    Da ich beide Seiten kenne, wenn auch nicht von der Spiel, sondern von der RPC, kann ich denke ich durchaus zu Recht sagen, dass sich zumindest einige Rollenspielverlage leider als sehr unflexibel erweisen. Kleine Verlage, die neu am Markt sind, geben sich oft noch Mühe mit Showläufern in Gewandung und anderen Aktionen, aber die, die was länger dabei sind, wirken zum Teil sehr träge. Daraus ergibt sich dann für den Betrachter bzw. Besucher einer Messe folgendes Bild:
    - Computerspielverlage: Bunt, laut, Flachbildschirme, bergeweise Goodies, viele Leute, Boothbabes, immer was los.
    - LARP-Stände: Interessante Auslagen, Leute in bunten Klamotten, Waffen, Zelte, Laternen mit Kerzen drin.
    - Table Top: Mehr oder weniger liebevolle Diadoramen, in denen Leute hübsch bemalte Figuren durch die Gegend schieben.
    - Rollenspiele: Leute mit Büchern, die an einem Tisch sitzen und wirres Zeug erzählen.

    Hätten die Kollegen von Pegasus und den Blutschwertern nicht ihre Neukundenanwerbeaktion auf die Beine gestellt, wäre in diese Richtung auf der RPC gar nichts passiert, und das ist schon irgendwie bitter, denn die sonstige Werbewirkung von Rollenspielen auf Messen ist eher übersichtlich.
    Das heißt natürlich nicht, dass ich auf der RPC keine Rollenspieler mehr sehen will. Genau das Gegenteil ist der Fall. Wir bieten speziell für die Vereins- und Hobbyfraktion sogar 10 Ministände für lau an.
    Aber wir können nur die Basis bieten, ihre Chance nutzen müssen die Verlage selbst, besonders was die Neukundenanwerbung angeht. Und zumindest dieses Jahr ist das kaum geschehen.

  7. AlexW Says:

    Hi Jan!

    < <>>

    Aber logo, dafuer schreib ich’s ja. :)

    >>>Meine Freunde und die Freunde meiner Freunde und die Fr-…und ich.. haben selbst verpickelt Mitte/Ende der 90er mit P’n’P Rollenspielen angefangen. Damals gab es außer uns auch noch die 3-4 Jahre älteren Cracks, bei denen wir, wenn wir artig waren, auch mal mitspielen durften. Das war damals eine große Ehre und man erzählt sich noch heute davon. >>>

    *g* Ich erinnere mich … :)

    >>> Es scheint zumindest in unserem Raum Darmstadt/Dieburg keinen Pen and Paper-Nachwuchs zu geben.>>>

    So sieht’s im Moment echt aus …

    < <>>

    Ja, und dann gibt’s auch unter Verlagen einfach Abzocker. Wobei, denke ich, das DOOM-Brettspiel vermutlich auch ne hoehere Auflage hatte, aber da kann ich nur spekulieren, den Markt kenne ich nicht.

    >>> Ich freue mich über Regelwerke, die aus einem qualitativ hochwertigen Buch bestehen, die man aber auch nach Jahren noch mit nur diesem einen Buch spielen kann, ohne total “out� zu sein. Siehe: Call of Cthulhu, z.B.>>

    Ja. Die meisten Hauptregelwerke reichen voellig aus - BARBAREN! und Western City scheinen im Moment jeweils nur ein Regelwerk zu werden (es sei denn, Frank und Joerg haben Erwaeiterungsplaene, von denen ich nichts weiss).

    >>>Daher verstehe ich nicht, warum Verlage gezwungen sind, unbedingt eine Expansion herauszubringen, wenn es doch fast ein Verlustgeschäft ist.>>>

    Gefaehrlicher Gedanke … warum bringt Coca-Cola neue Geschmacksrichtungen und neue Produkte raus? *g* Mit der Denke bringst du unseren ganzen schoenen Kapitalismus ins Wanken. :) Im Bereich Regelwerke: Weil die Fans die Buecher wollen. Ist wie die naechste Folge deiner Lieblingsfernsehserie. Viele kaufen auch fertige Abenteuer, weil sie selbst keine Zeit haben, Zusatzmaterial/Abenteuer zu schreiben.

    >>> Lieber ein gut illustriertes, fehlerfreies, liebevolles Hardcover-Monument in großer Auflage. Wenn es was Besonderes ist (also außergewöhnlich gut illustriert/fehlerfrei/fantastisch), wird es sich auch zu einem hohen Preis in großer Stückzahl verkaufen. Aber ich bin nur Konsument…Laie. Auch wenn ich Buchwissenschaft studiere ;)>>>

    *g* Bleibt die extrem kleine Zielgruppe, mit Meinungen wie “gibt’s nicht auf Deutsch? Kaufe ich nicht.” “Gibt nicht tausend Abenteuer? Kaufe ich nicht?” “Wie, nur ein Buch? Ist das System schon tot? Kaufe ich nicht”. :)

    >>> Ansonsten bin ich froh, dass man überhaupt noch Sachen auf der SPIEL kaufen kann. Bei der Musikmesse ist es z.B. verboten, so dass die japanischen Klavierhersteller ihre von Wärme/Zugluft verzogene Ware zu deren Ärgernis wieder nach Hause fliegen müssen. Trotzdem muss ein Messepreis so günstig sein, wie der niedrigste Preis im Internet. >>

    Stimmt. Unsere Preise tun sich zu denen im Internet nichts. Und mich hat an der Frankfuirter Buchmesse damals auch gestoert, dass man als Autor (und entsprechend an den “Insider-Tagen” da) wohl auch keine Buecher kaufen will…

    >>> Wenn ich sowas rausbekomme wird verhandelt und das ist in meinen Augen keine Geiz-ist-geil Manier, sondern eine, zufälligerweise auch von Mediamarkt propagierte, ich-bin-doch-nicht-blöd (und kauf die angegrabbelten Sachen bei euch teurer als vom Heim-PC aus) Einstellung…�und ihr denkt doch nicht wirklich, dass ich es bin, oder?�>>>

    Das macht auch voellig Sinn. Ich schmeisse mein Geld ja auch nicht weg. :)

    >>>Die enormen Preisschwankungen von bis zu 20 EUR zwischen zwei benachbarten Ständen zeigen nämlich, dass eben doch Spielraum vorhanden ist. >>>

    Wir hatten in vergangenen Jahren das roblem, dass wir nicht wirklich mit Konkurs-Bestaenden konkurrieren konnten. Wenn alles zum halben Preis rausgeramscht wird, weil ein Laden den Loeffel abgegeben hat, ist das schon bitter…

    >>> P.S.: Vergiss die Rezensions-Verlosung nicht ;)>>>

    Nein, keine Sorge - bin gerade am Ueberlegen, wie ich das am elegantesten loese …

  8. AlexW Says:

    Gruess dich, Jari!

    >>> Auf der Messe habe ich “mal eben� eine CD für 15€ gekauft weil da Musik drauf sein könnte die gut in meine Gruppe passt. Sonst finde ich 10€ schon viel. Warum ich es doch gekauft habe? Und das zu einem Preis den ich sonst nicht bereit bin zu bezahlen? Weil mich das Produkt angesprochen hat. Es passt in mein Hobby und ich hoffe damit noch viele Abende Spass zu haben.>>

    *nickt* Die “Into the Dark”? :) Die hab ich mir auch zugelegt.

    >>>Zu Hobby ein kleines hal-Zitat (bekomme es nicht mehr ganz hin): Hobby heißt, mit möglichst viel Aufwand, möglichst wenig zu erreichen. Passt ganz gut. Wobei man ja viel Spass “erreicht� :D>>>

    Stimmt. Ich hab sicher auch ohne den Entwickler-Job genug zu tun, aber es macht einfach Spass, obwohl ich dafuer “nur” Buecher umsonst kriege. :)

    >>> Ich bin auf der Messe auch weniger auf Schnäppchen aus. Ich kaufe FS immer am Stand, weil ichs anfassen will. Weil es ein Ritual geworden ist :) >>>

    Und weil wir nett sind, gib’s zu.

    >>(Und ich Bestellungen übers Internet noch nicht so ganz traue, sagt der Nerd…) Über Rabatte freut man sich, aber ich plane sowas niemals ein. >>>

    Bei den RedBrick-Sachen haben wir wenig Spielraum, aber wir schauen mal, ob wir in einem anderen Bereich was drehen koennen. :)

    >>> Ich freue mich auf die Zeit nach meinem Studium in denen ich ohne Probleme auf Qualität achten kann und mich der Preis nicht wirklich interessieren muss. Man muss aber auch wissen wo der Centartikel angebracht ist. Nur sowas braucht Hirn, keine Pauschalisierung. Ein seltenes Gut…>>

    Stimmt. Ich schmeisse mein Geld auch nicht weg (anders als manche Englaender…. O_O), dafuer bin ich “zu deutsch”. :)

    >>>(hatte es schonmal abgeschickt, hoffe ist jetzt nicht doppelt)>>>

    Keine Sorge - ich kann Doppeltes immer loeschen…

  9. AlexW Says:

    Hi Eismann!

    >>> Es ist schon recht auffällig, dass der Bereich für P&P-Rollenspiele auf der Spielemesse so langsam vor sich hin schmilzt, während LARP und leider auch Ramsch sich nach und nach ausbreiten. Das ist zumindest mein subjektiver Eindruck.>>>

    Nein, das sehe ich genauso. Wobei einige der T-Shirt-Dealer wohl laut Eigenaussage nicht mehr wiederkommen werden. (Was wenigstens bei den Franzosen, bei denen ich ein Ronin-Shirt gekauft habe, schade ist). Und viele der Rollenspiel-Vorsteller waren auch nicht so gluecklich mit den Umsaetzen.

    >>>> Da ich beide Seiten kenne, wenn auch nicht von der Spiel, sondern von der RPC, kann ich denke ich durchaus zu Recht sagen, dass sich zumindest einige Rollenspielverlage leider als sehr unflexibel erweisen. Kleine Verlage, die neu am Markt sind, geben sich oft noch Mühe mit Showläufern in Gewandung und anderen Aktionen, aber die, die was länger dabei sind, wirken zum Teil sehr träge. >>>

    Stimmt absolut. Arcane Codex brachte ja gleich ne halbe Multimedia-Show mit. In unserem Fall haben wir optisch gut ausgesehen und bei uns war auch immer was los - aber wie ich schrieb, unsere Fans sind quasi alle “alt eingesessen”. FS verbreitet sich ueber Mundpropaganda.

    >>>> Daraus ergibt sich dann für den Betrachter bzw. Besucher einer Messe folgendes Bild:
    - Computerspielverlage: Bunt, laut, Flachbildschirme, bergeweise Goodies, viele Leute, Boothbabes, immer was los.
    - LARP-Stände: Interessante Auslagen, Leute in bunten Klamotten, Waffen, Zelte, Laternen mit Kerzen drin.
    - Table Top: Mehr oder weniger liebevolle Diadoramen, in denen Leute hübsch bemalte Figuren durch die Gegend schieben.
    - Rollenspiele: Leute mit Büchern, die an einem Tisch sitzen und wirres Zeug erzählen.>>>

    *lacht* So isses.

    >>> Hätten die Kollegen von Pegasus und den Blutschwertern nicht ihre Neukundenanwerbeaktion auf die Beine gestellt, wäre in diese Richtung auf der RPC gar nichts passiert, und das ist schon irgendwie bitter, denn die sonstige Werbewirkung von Rollenspielen auf Messen ist eher übersichtlich.
    Das heißt natürlich nicht, dass ich auf der RPC keine Rollenspieler mehr sehen will. Genau das Gegenteil ist der Fall. Wir bieten speziell für die Vereins- und Hobbyfraktion sogar 10 Ministände für lau an.>>>

    Wir muessen mal schauen, ob wir da vertreten sein werden - das regelt alles Dammi. Wir bauen unsere Kapazitaeten schon noch aus; was Kostueme angeht, waren die weiten Reisewege ein Problem, aber in den Jahren zuvor hatten wir immer sowas. :) Das muesste man auch mal wieder angehen…

    >>> Aber wir können nur die Basis bieten, ihre Chance nutzen müssen die Verlage selbst, besonders was die Neukundenanwerbung angeht. Und zumindest dieses Jahr ist das kaum geschehen.>>>

    Stimmt. Dazu muss man sich echt eine Strategie ueberlegen; zumindest muss FS auf Deutsch rauskommen. :)

  10. Jari Says:

    Nein, ich habe mir “Into the Blue” geholt. Wollte ein wenig mehr “Explorerspirit”, das Dunkle passt nicht in meine Kampaigne.

    >>Bei den RedBrick-Sachen haben wir wenig Spielraum, aber wir schauen mal, ob wir in einem anderen Bereich was drehen koennen.

  11. AlexW Says:

    @Jari: Into the Blue ist auch gut. Into the Black hab ich noch nicht gehoert… Im Moment bin ich an “Faun” dran. :)

  12. Jari Says:

    Eigentlich hatte ich noch mehr geschrieben, ist aber wohl verloren gegangen :( Und ich bekomme es auch nicht mehr zusammen.

    Türlich komme ich an den Stand weil ich so nett seid. Freu mich schon wie Bolle auf nächstes Jahr. Wenn alles klappt. kommt ein Vau an den Stand ;)

  13. Parat Says:

    Mich ärgert am meisten, dass so Sachen wie Second Life (okay, das passt ja gar nicht), aber auch WoW tatsächlich Rollenspiele genannt werden.

    Es gibt ja durchaus Projekte, auf denen man anspruchsvolles, vielen PnP-Runden ähnliches RP haben kann, aber doch nicht auf solchen ungezügelten Massenveranstaltungen. :-(

  14. AlexW Says:

    @Jari: Yay!

    @Parat: Ja, gut, aber die nennen ja auch Final Fantasy oder aehnliches RPGs, nur weil’s ein paar cut scenes gibt. :) Fuer mich sind diese “online RPGs” niX.

  15. Bernd Wachsmann Says:

    Hm, mein Posting scheint weg zu sein.

    In Halle 6 fühlt man sich als P&P-Rollenspieler immer mehr fehl am Platze.

    Dann hoffe ich einfach mal, dass die neuen und innovativen (liest man ja oft) Verlage/Systeme wirklich wissen, was die Leute heute wollen und auch neue Spielerschichten gewinnen können.

  16. AlexW Says:

    @Bernd: Huch. Nein, normalerweise sind die nur solange unsichtbar, bis ich sie “approved” habe. :)

    Aber du hast recht wegen der Halle 6 - dafuer fuehlen sich Goths vermutlich immer wohler. :)

    Was das Gewinnen neuer Spielerschichten angeht - Pegasus macht ja “Quest”. Ich bin mal gspannt.

Comment: