Alex liest: Boris Kochs “Feuer im Blut”
Jugendbücher fand ich immer langweilig. Unsäglich das Teil, mit dem uns der Deutschlehrer quälte: “Rolltreppe Abwärts”. Dass ich am Ende Literatur studiert habe, war sicher kein Verdienst des Mittelstufen-Unterrichtes (eher einer der Oberstufe).
Es gibt ne Menge richtig schlechter Autoren im Jugendbuch-Bereich. Viele Autoren schreiben (oder schrieben) Jugend-/Kinderbücher, weil sie sich an Erwachsene nicht drantrauen. Da wird dann oft die eigene Kindheit aufgearbeitet, oder Wunschträume aufgeschrieben. Mit echten Jugendlichen haben diese Märchenfiguren nichts zu tun, und oft ist das Zeug auch noch sehr krude geschrieben.
Boris Koch, auf den ich nach seinem “Schattenlehrling” aufmerksam wurde, hat jetzt auch eins geschrieben. Ein Jugendbuch. Und zwar “Feuer im Blut” in der Gulliver www.schwarzlichter.com-Reihe. Natürlich jugendfreier als alles, was ich bisher von ihm gelesen habe, aber definitiv ein schöner Schmöker, der mir den Weg nach und aus London verkürzt hat. Es geht um drei Jugendliche, die sich mit einer Brandstiftung beschäftigen, mit Musik, mit Freundschaft, mit Liebe und Angst - und dabei sind die Figuren ganz realistisch und mit viel Fingerspitzengefühl und Ehrlichkeit gezeichnet.
Mehr will ich gar nicht schreiben, weil ich keine Ueberraschungen kaputtmachen will (anders als Amazon). Beim Lesen selbst habe ich mich an meine eigene “Jugend” erinnert, wie wichtig Musik war, und Freundschaft, und Familie … und ich finde, Boris hat ganze Arbeit geleistet, echte Jugendliche zu zeigen, keine Wunschträume. Und erfrischend auch, dass kein “Quotenmädchen” bei den Jungs mitmacht. In dem Alter ist man noch nicht so politisch korrekt.
Definitiv eine Empfehlung für Jugendliche & junge Erwachsene. Ich weiss jedenfalls, was ich jetzt Leuten in einem bestimmten Alter für ein Buch zu Weihnachten/zum Geburtstag schenken kann. Und es wäre erfreulich, wenn Deutschlehrer vielleicht mal was anderes anbieten als “Rolltreppe Abwärts” oder eines der vielen, grausigen Jugendbücher, wo ich meinen Kids in der Nachhilfe immer versichern musste, dass Lesen Spass machen kann. Bestimmt.
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