Nicht um den Preis

Heute musste ich mich entscheiden, ob ich dem Menschen, den ich liebe, das Herz aus der Brust reisse und meine Beziehung beende oder ob ich weiter als die Kreatur lebe, die ich bin.

Ich war bei einem Transmaenner-Treffen in Camden und alles fuehlte sich richtig und natuerlich an. Ich weiss jetzt, was abgeht - so in etwa, wenigstens - ich habe 60 Leute in verschiedenen Stadien gesehen. Und ich bin neidisch und voller Bewunderung, und ich weiss, dass es das ist.

Aber ich kann’s mir nicht um den Preis erkaufen. Mein Koerper bleibt mein Gefaengnis.

Und heute, nachdem ich gesehen habe, was meine Loesung ist, heute hasse ich mein Leben. Aber ich kann nicht anders. Ich bin wie meine Mutter, die sich lieber selbst zugrunde gerichtet hat, als sich von einem Mann zu trennen. Nur bin ich vielleicht tougher. Aber nicht tough genug, um meinem Partner das Herz zu brechen. Er kommt nicht damit klar - aber ich komme mit meiner Situation einigermassen klar. Abgesehen von diesen Anfaellen Selbsthass und -ekel, mehr oder weniger regelmaessig.

Heute hasse ich meinen Koerper noch viel mehr. Aber es geht nicht. Nicht um den Preis.

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3 Comments on “Nicht um den Preis”

  1. Maja Says:

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Mut, die Entscheidung zu treffen, die dich auf Dauer glücklich machen wird. Und ich drücke ganz fest die Daumen, dass dein Partner sich an den Gedanken gewöhnen kann, dass sein Mädchen eigentlich ein Mann ist und ihr es schaffen werdet, an eurer Beziehung festzuhalten.

  2. Jasper Says:

    Hey Alex,

    nun überstürz mal nichts. Wir kenne uns zwar nur flüchtig, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass für beide Partner dieser Prozess langwierig ist und durch verschiedenste Phasen geht. Schreib jetzt nicht einfach alles ab, was du bist und sein möchtest, nur weil es nicht sofort funktioniert, hm?

    Alles Gute,
    Jasper

  3. Lukas Says:

    Hey Alex,

    lass den Kopf mal nicht hängen.
    Und ich schließe mich Jasper an : Nichts überstürzen. Bis zu einer evtl. Hormonindikation können gut und gerne nochmal 12 Monate und länger vergehen. Genug Zeit um in Dinge reinzuwachsen. Nichts passiert von heute auf morgen.

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