Meine Bücher

Ich schreibe seit etwa 1987, da war ich 12. Viel Lesbares ist dabei allerdings nicht herausgekommen. Und während ich in meinem Zimmer sass und Seite um Seite füllte, dachte ich nicht ans Veröffentlichen. Hätte es damals schon das Internet so gegeben, wie wir es jetzt kennen und danach süchtig sind, ich hätte damals ganz sicher schon mein Zeug durchs Netz geblasen.

Der erste Glückstreffer geschah im Rahmen der “John Sinclair Lesergeschichten”. Ich sammelte mit Begeisterung mehrere Auflagen von John Sinclair und ärgerte mich über die Lesergeschichten, die meiner Meinung nach zum grössten Teil Mist waren. Als ich mich wieder über eine davon geärgert hatte, las ich, dass man für eine veröffentlichte Geschichte 150 DM bekam. Mit 14 oder 15 war das eine Menge Schotter, und ich setzte mich vier Stunden hin, um Das verwunschene Haus zu schreiben und einzuschicken. Ich hatte das ganze schon vergessen, aber 6 Monate später kam der Scheck. Da wusste ich: Ich bin auf dem Weg zum Bestseller-Autor und ganz sicher Gottes Geschenk an die deutsche Literatur.

Kinder können so verblendet sein.

Bald darauf wurde ich im damaligen Fido-Net aktiv. Vom ersten “Pollen” (so nannten wir den “Download” neuer Nachrichten) an war ich süchtig. Es gab auch Autorengruppen, und ich schrieb weiter eifrig unlesbares Zeug.

An der Uni besuchte ich dann diverse Schreibworkshops; während die Germanistik über schreibende Studenten die Nase rümpfte - einer der Gründe, weshalb ich die dann sich selbst überlassen habe -, trafen sich die Amerikanisten und Anglisten zum Schreiben und lasen einander Geschichten vor, und irgendwann im zweiten oder dritten Semester kam dann bei mir an, dass sich vielleicht “Fremde” (also nicht nur Mama und die jeweils beste Freundin) für das interessieren könnten, was ich schrieb. Eine Offenbarung.

1999 schrieb ich dann im Rahmen eines der Workshops, die wir privat weitermachten (eine gute Entschuldigung, sich in einer kleinen Gruppe den Bauch vollzuschlagen und zu plauschen), Kettenhund, eine Kurzgeschichte über einen Killer der Russenmafia, der in Frankfurt am Main abgeknallt wird. Ich war 24, und schrieb plötzlich einigermassen lesbares Zeug.

2000 schlug das John Sinclair-Syndrom wieder zu. Ich war davon überzeugt, “wenn Autor X in der c’t veröffentlicht, kann ich das auch”. Vater aller Dinge wurde abgelehnt. Mein Grössenwahn war zurückgeschlagen. Bis mich der Redakteur Bernd Behr ein paar Monate später anrief, und sich erkundigte, ob die Geschichte noch “frei” sei. Ich hatte sie nicht weiter eingereicht - es gab keinen Markt für Science Fiction Kurzgeschichten in Deutschland. Klar war sie frei. Der Scheck war erheblich grösser - und ich wieder Gottes Geschenk an die Literatur.

Noch von der Adrenalinwelle getragen, dachte ich, was mit Kurzgeschichten klappt, kann bei einem Roman nicht so schwer sein. Ich schnappte mir einen Freund, der unbedingt einen DSA-Roman schreiben wollte, und wir setzten uns in ein Eiscafé, um dort “unser” Buch zu planen, obwohl ich mich mit DSA nicht mehr auskannte. Wir waren uns darüber einig, wenn “die veröffentlicht werden, können wir das auch”. FanPro gab uns recht. Und einen Buchvertrag für Blakharons Fluch.

Irgendwie kann man sich an’s Veröffentlichtwerden gewöhnen. Kaum war Blakharons Fluch weggeschickt, fing ich mit der Arbeit an Sand und Blut an, den ich zum grössten Teil in Rom schrieb, im August, Hochsommer. Das Schreiben ging ganz leicht, trotzdem habe ich selten so geschwitzt.

Weil FanPro Sand und Blut so gut gefiel, wurde ich eingeladen, an In den Dschungeln Meridianas mitzuarbeiten, wo ich mit Heike Wolf und Anja Jäcke die Texte zu Al’Anfa neu schrieb und überarbeitete. Aus der Zusammenarbeit ergab sich eine wunderbare Freundschaft mit Heike, und Rabengeflüster, der Roman zur Spielhilfe, der ganz lose an Sand und Blut anschliesst und mir die Chance gab, das Schicksal eines der Charaktere weiterzuverfolgen.

Parallel zur Arbeit an dem Roman begann ich, Shadowrun zu spielen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt sechs Fantasy-Romane geschrieben, drei für DSA, und drei eigene auf meiner Welt, und langsam war genug. Ich wollte was Schmutziges, Dreckiges, Technisches, Cyberpunk, irgendetwas, in dem ich kodderig und vulgär schreiben konnte.

Nach einem ziemlich langweiligen ersten Versuch entstand die Idee zu Kettenhund. Ich hatte den Titel immer geliebt, und er passte wie die Faust auf’s Auge zu Mischko. Oder Mishko, wie er online hiess, als ich ihn spielte.

Während ich also darauf wartete, dass ich meine Wohnung aufgelöst bekam, mir ausserdem eine Bandscheibe rausgerissen hatte und so lange arbeitslos gewesen war, dass ich langsam mit dem Gedanken spielte, mir eine schöne Brücke zu suchen, schrieb ich die ersten 210 Seiten im November 2004, den Rest bis April 2005.

Aber es war klar, dass nach Kettenhund noch was kommen muss. Ich hatte Blut geleckt. Es entstand die Idee zu Fatimas Tränen.

Die nächsten Bücher sind schon in Planung, aber ich habe erst ein paar Charaktere und Szenen - also noch nichts, worüber man hier schon reden könnte.