Rezensionen
Rezi auf Tonguesofdestruction.com:
“Abseits von den üblichen Großstädten in denen Shadowrun-Romane meistens spielen beweist Alex Wichert mit „Fatimas Tränen“ eindrucksvoll das dies nicht immer so sein muss und sich auch außerhalb etwaiger Mega-Städte actionreiches zutragen kann – so wie in diesem Roman.
Der Autor bringt die Hauptcharaktere dem Leser unglaublich nahe und beweist hiermit nicht nur ein Gespür für Umschriebungen der Personen sondern das es auch möglich ist eher „unwichtige“ Personen dem Leser nahe zu bringen. Diese spielen meist eine Nebenrolle in dem Roman, ohne die der Roman aber nicht funktionieren würde, und dennoch bekommt der Leser einen schönen Eindruck der jeweiligen Person.
Unglaublich intensives Leseereignis bekam ich durch diesen Roman, er macht Spaß und fesselt einem zu den unmöglichsten Zeiten. Vielen Dank dafür.” — Oliver
Rezi auf F-Shop.de:
>> [18.06.2007] >> Von Florian Unsin >>
Kaufen, Kaufen, Kaufen! Packend von der ersten bis zur letzten Seite!
“Fatimas Tränen” ist spannender, packender und interressanter als Kettenhund und für mich mit eines der besten SR-Bücher die abseits der Metroplexe spielen.
Die Charktere sind stimmig und handeln Ihren Interressen folgend und sind nicht nur Mitläufer, da im Laufe des Abenteuers die Hauptperson zwischen Voiata und Flechette wechselt. Der Hintergrund der Charaktere wird nomals kurz und tiefgängig wiederholt für die Leser die Flechette und Co. noch nicht aus Kettenhund kennen.
Die Geschichte selber zeigt einmal mehr das man selbst in Afghanistan nicht vor Verrat, Heimtücke und höheren Mächten sicher ist. Aber als Shadowrunner muss man mit sowas sein Geld verdienen und unsere Runner haben bis zum Ende des Buches mehr als ein Problem mit dem Sie fertig werden müssen und aus manchen ergeben sich am Ende neue…….
“Im Zentrum des Plots steht klar oben erwähnte Dreiergruppe, die sich mit Hilfe von Voiatas Verbindungen durch Afghanistan schlängelt um an die Tränen zu gelangen. Flechette und Reynard bleiben dabei reichlich blass und für mich weitestgehend uninteressant. (Nett und zum Schmunzeln ist allerdings die Darstellung der leicht fehlerhaften Übersetzungssoftware Reynards.) Erst zum Ende des Romans entwickeln sie interessante Züge und beginnen, aus ihrer stereotypen Rolle zu fallen sowie ihre Motivationen zu offenbaren. Hier wird auch klar, dass vermutlich eine Fortsetzung mit mindestens diesen beiden Charakteren geplant ist. Der “Star” der Gruppe ist hingegen klar Voiata, den man durchaus wegen seiner nahezu uneingeschränkten Macht als unglaubwürdig lesen kann. Diese Macht wird aber in seiner Vorgeschichte deutlich eingeschränkt, gerade durch sie selbst: eben weil er ein überaus mächtiger Schamane ist, vertraut man ihm nicht und stellt ihn sicher. Zudem zeigt auch er zuletzt Schwäche. Sein Charakter ist geprägt von einer nahezu grenzenlosen Arroganz, die nur deshalb nicht Hybris genannt werden kann, weil er offensichtlich ein gewisses Recht zu dieser Arroganz hat: er ist mächtig. Zudem ist Voiata nicht gänzlich ohne Prinzipien. Die Vorgeschichte, die im Laufe des Romans offenbart wird, zeigt seine zunächst hohen Ideale und sein Scheitern. Dies macht ihn letztlich zu einem gefallenen Idealisten, einem Zyniker (jedoch weit entfernt von der Maximalausprägung dieses Stereotyps).” — Nico
“Dieser Roman ist gut, polarisierend, mit sehr vielen schönen herausgearbeitenden Szenen, welche zu fesseln vermögen. Für Shadowrun sehr ungewöhnlich.” — Christoph Heibutzki
“Reynard, ein Jungspund aus gutem Hause der bis zum Rand mit Cyberware vollgestopft ist und die Hitzköpfigkeit verkörpert, muss man einfach gerne haben. Am gelungensten ist jedoch die Darstellung des Adlerschamanen Voiata. Selten habe ich in einem SR-Roman eine bessere und deutlich angenehmere Version eines Magiers und dessen Wahrnehmung der Magie und der Metaebenen gelesen. Weiterhin sind die Inneren Zwistigkeiten die den Charakter einfach fesselnd machen. Ein Antiheld wie er im Buche steht. Voiata schafft es meiner Auffassung nach die ideale Gradwanderung zwischen geistiger Stabilität und toxischer Verführung.” - Patrick Kurrat
“Wichert ist wie immer dann besonders gut, wenn es (auch) um Themen geht, die man in “normalen” Shadowrun-Romanen selten sieht. In einer Welt, die so wenige Tabus kennt wie die sechste, verwundert es doch, dass sexuelle Identitäten jenseits des normal genannten Heterosexuellen so selten unter Runnern vorkommen soll. Vielleicht gerät das Thema in diesem Buch, das seine Spannung weniger aus dem Plot, als vielmehr aus der Entwicklung der Charaktere zieht, ein wenig zu sehr in den Vordergrund. Aber andererseits: Wer weiß schon zu sagen, wie viele Menschen vorrangig von ihrer Sexualität angetrieben werden? Ein großes Thema und auch Problem ist es auf jeden Fall für viele.
Keiner der Protagonisten ist mir so recht ans Herz gewachsen, aber jenseits von der emotionalen Verbundenheit hat mich vor allem die Darstellung des Adlerschamanen - endlich mal als ein magisch Begabter mit eigenen Besonderheiten und einem anderen Denken, und nicht als Standardmagier mit nebensächlicher Totemanbindung - begeistert und auf neue Ideen für das eigene Spiel gebracht.
Wem tolle Bilder und Beschreibungen sowie interessante Charaktere wichtiger sind als Matrixschlachten und Runnerkneipenszenen, der sollte zugreifen. Keine 08/15-Ware, und gerade deswegen lesenswert.” — “Aeskulap”
“Selten habe ich eine so konsequente Darstellung schamanistischer Verbindung gesehen. Mensch wie Totem bestimmen den Körper und seine Reaktionen, beide nach ihrem eigenen Willen und Verständnis von der Welt und die müssen nicht immer übereinstimmen. Klasse. Ist Flechette eine nette Frau? Sie wäre es gern, aber die Umstände verlangen anderes. Ist Reynard ein netter Junge? Auf den Banketten seines Vater vielleicht, zumindest, bis er am Ende des Buches erwachsen ist. Nette Menschen sucht man also vergebens, aber nette Menschen würden in den Schatten auch nicht überleben. Deshalb, ja, ich mag sie, diese unnetten Figuren mit ihren Ecken und Kanten, und am meisten natürlich Voi, weil er ein Adler ist, und ein Schamane und ein Mensch, je nach dem und alles zusammen.” — Judith Rau
“Der Sprachstil des Alex Wichert prägt das Buch ebenso - realistisch, oft düster, nicht immer ganz jugendfrei oder politisch korrekt. Ein Stil der genau in diese Fantasy-Welt passt, der das Lebensgefühl transportiert. Auf diese Weise liest sich das Buch nahezu von selbst. Ob Actionszene, Dialog oder philosophische Gedanken - alles fügt sich zu einem organischen Ganzen.
Eine weitere Parallele zum “Kettenhund” ist die Einbeziehung eines Volkes. War es im “Kettenhund” die leidende russische Seele, so kommt in “Fatimas Tränen” der ungebrochene Widerstand der afghanischen Bevölkerung hinzu. Auf ganz eigene Art und Weise verbindet der Autor das Schicksal eines Protagonisten mit dem des auch in dieser Fantasy-Welt unterdrückten Volkes. Diese Mischung aus Fantasy-Roman und sehr realen, und z.T. auch sehr aktuellen Bezügen ist etwas Besonderes.
(…)
Alles in allem muss also vor diesem Buch gewarnt werden. Wer einen simplen Roman erwartet, den man in wenigen Stunden liest, weglegt und zwei Tage später vergessen hat, ist hier falsch am Platze. “Fatimas Tränen” ist ein Roman, der neben einer sehr guten Handlung und hervorragenden Charakteren eben auch viel Stoff zum Nachdenken anbietet und Zeit dafür einfordert. Dieses Buch liest man nicht mal eben schnell nebenbei. Dieses Buch braucht Zeit. Zeit, nachzudenken. Und diese sollte man sich unbedingt nehmen.
“Fatimas Tränen” ist kein Mainstream-ShadowRun-Roman. Doch auch abseits der üblichen Szenarien gibt es Spannendes zu erzählen, wie Alex Wichert erneut eindrucksvoll beweist. “Fatimas Tränen” ist ein wunderbar zu lesendes Buch, welches für ShadowRun-Einsteiger, aber auch für Fortgeschrittene geeignet ist und viel Anregung zum Nachdenken gibt. Unbedingt Lesen!!”—- Goswin