Rezensionen

Von amazon.de:

Kein Shadowrun Mainstream

“(…) Mischko, ein Ork der zum russischem Spetznatz ausgebildet wurde erhält vor seinem Ausscheiden aus der Armee einen letzten Auftrag von seinem Vorgesetzten. Er, ein Kamerad und ein Runnerteam aus den ADL sollen einen Truck nach Sibirien begleiten. Dass sich diese vermeintliche simple Aufgabe als etwas schwieriger herausstellt zumal sie in eine Stammesfehde zwischen rivalisierenden Steppenstämmen kommen war nicht abzusehen …

Glanzstück dieses SR-Romans sind definitiv die Charaktere, die den Roman wirklich lesenswert machen. Flechette und Nikita sind die einzigen Charaktere die einem freundlich und menschlich erscheinen, die aber beide in Abhängigkeit von zwei sadistischen Schweinehunden stehen. Während man mit Janus, dem Kopf des ADL-Teams von Anfang an nicht warm wird, versteht es der Autor gekonnt bei Mischko zwischen Sympathie und Antipathie beim Leser hin und her zu schalten. Mal zeigt er menschliche Züge, nur um gleich darauf wieder den Unmenschen zu zeigen.

Auch der Schauplatz ist einmal erfrischend anders. Nicht die UCAS oder die ADL wie in den meisten anderen Shadowrun-Romanen sondern Russland und die sibirische Steppe. Natürlich, Decker und Matrix sind konsequenter Weise in diesem Roman eher weniger vertreten, was aber nicht weiter stört, da man ein wirklich gutes Gefühl der weiten trostlosen Steppe vermittelt bekommt. Und auch in der Steppe kommt die Action nicht zu kurz.

Einziges Manko, meiner Meinung nach, ist ein bisschen der Schluss, bei dem einiges irgendwie zu schnell geht und nicht so recht zu passen scheint. Nichtsdestotrotz ist es mal wieder ein wirklich gelungener, kurzweiliger SR-Roman. Kaufen!” - desperate_soul


“Starke Charaktere im öden Osten:

Alex Wichert, der bereits drei Romane für DSA schrieb, liefert mit „Kettenhund“ seinen Einstand als Romanautor für die Welt von Shadowrun. Und man kann diesen Einstieg durchweg als sehr gelungen ansehen! Immer wieder bin ich über die Qualität der deutschsprachigen Shadowrunpublikationen überrascht, welche ihre amerikanischen Vorbilder qualitativ oftmals weit hinter sich lassen.

Kettenhund dreht sich um zwei grundsätzlich verschiedene Gruppen, die gemeinsam eine Lieferung von Militärgütern durch die sibirische Steppe transportieren sollen. Zum einen wären dort eine Gruppe von deutschen Shadowrunnern, welche die Ladung bewachen und zum anderen zwei russische Soldaten, welche wiederum ein Auge auf die Shadowrunner haben sollen. Während die beiden Teams zusammen in einem Halftruck durch die Ödnis Sibiriens fahren, schwelen Konflikte innerhalb und auch zwischen den beiden Gruppen. Interessant ist dabei, dass wegen der relativen Enge des Gefährts keine physische, sondern nur eine soziale, sprachliche und moralische Barriere die beiden Gruppen trennt. Mischko und Nikita, die beiden orkischen Soldaten der russischen Spezialeinheit Spetznaz sind durch die traumatisierende Ausbildung und die katastrophalen Zustände der russischen Armee ganz andere Charaktere als die aus anderen Romanen bekannten Shadowrunner. Aber auch das deutsche Shadowrunnerteam hebt sich erfreulich von den bekannten Klischees ab. Janus, der elfische Anführer der Teams wird derart unsympathisch dargestellt, dass der Leser mit jeder weiteren Seite, auf welcher der Straßensamurai sich dessen Ende brutaler und länger wünscht. Die beiden anderen Mitglieder des Teams sind die Elektronikspezialistin Flechette und der Decker Leoric. Während der Autor Flechettes Gefühlswelt oft an den Leser weitergibt und einen glaubwürdigen Charakter schafft, bleibt Leoric doch etwas flach.

Die Charaktere und die Atmosphäre sind die klaren Stärken des Romans. Egal ob Wichert das unmenschliche Kasernenleben in der russischen Armee beschreibt oder die brutalen Lebensumstände der sibirischen Nomaden, die Stimmung ist immer düster und unheilsverheißend. Es ist ein sehr negativer Roman und der Hauptcharakter Mischko beweist eine erstaunliche Leidensfähigkeit physisch wie auch psychisch und der Leser ist immer hautnah dabei. Diese sehr unfreundliche Stimmung wird durch die harte und oftmals nicht jugendfreie Sprache der Charaktere gut unterstützt. Genau in diese doch sehr leidensvolle Stimmung fügt sich das beschriebene Russland sehr harmonisch ein. Die sehr gut recherchierten Kleinigkeiten des Lebens in der sibirischen Steppe oder dem Militär verstärken die Atmosphäre enorm. Wenn der Roman in Nordamerika oder in Europa spielen würde, könnte der Roman nicht sein volles Potential in dieser Weise entfalten. Einer der eindrucksvollsten Aspekte ist aber die Verarbeitung des Täter–Opfer–Schemas bzw. dessen spätere Umkehrung. Der Kampf gegen diesen Teufelskreis macht mehr als eine Figur glaubhaft in dem Roman durch und zeigt deutlich, dass der Autor sein Handwerk versteht.

Interessant sind auch die in cineastischer Weise eingesetzten Rückblenden, welche die Sichtweise auf eine gerade behandelte Szene durch den Einblick in die Vergangenheit wieder relativieren und die zurückblickenden Figur stärker charakterisieren.

Der Endkampf ist etwas überzogen und das Ende zu plötzlich. Der eigentliche Höhepunkt, die finale Konfrontation wird ausgelassen und der Leser darf sich anhand des Epilogs selbst zusammenreimen was geschehen ist. Das ist doch etwas unbefriedigend für den Leser.

(…) Der Glossar ist nicht der generische Shadowrun-Glossar, sondern speziell auf den Roman zugeschrieben. Alle russischen Wörter sowie möglicherweise unklaren Shadowrunbegriffe sind dort vermerkt.

Kettenhund ist einer der stärksten Shadowrunromane, der durch eine sehr düstere und negative Stimmung, ein unverbrauchtes Setting und hervorragend geschilderte Charaktere samt deren Entwicklung hervorsticht. Für jeden Shadowrunfan Pflicht und für viele andere Bücherfreunde mindestens einen Versuch wert!” ——– Michael Mingers “Scorpio”

“Spannend …
… vom Anfang bis zum Ende ist dieser Shadowrun-Roman. Handlung: Der russische Offizier Gondarev rekrutiert ein deutsches Söldnerteam, um eine Ladung durch die Steppe zu transportieren. Als Aufpasser schickt er 2 seiner Leute mit. Sie sind Angehörige der Eliteeinheit Spetsnatz. Also was soll denn da noch passieren? Viel! Aber lass euch selbst überraschen.

Sehr gut gefallen hat mir, das 2 Teams im gleichen Halftruck sitzen und sich trotzdem ungestört unterhalten können. Das eine Team nutzt dafür Komm-Links und das andere Team spricht russisch. Einfach genial diese Idee.

Das Buch hat sehr gut ausgearbeitete Charakter, mit Ihren stärken und schwächen. Sie scheinen aus ihrer Natur herraus zu aggieren und nicht weil es die Handlung verlangt.

Sehr gut kamen auch die Details des Kasernen Alltags in der russischen Armee rüber. Man hatte das Gefühl, Alexander Wichert hätte selbst in der rus. Armee gedient.

OK, man kann sagen, das die Shadowrun-Elemnte etwas kurz gekommen sind, aber das Buch ist erste Klasse.” — Dieter Späth

“Überaus beeindruckend

Das Buch fand ich überaus beeindruckend, vorallem da es das Debüt von Alexander Wichert im Shadowrun Universum ist. Es setzt nicht nur die Charaktere sondern auch die Landschaft und deren zahlreichen Einwohner ins Rampenlicht Das Buch geht nicht nur auf die Charaktere und ihren Kampf ein, es beschreibt auch sehr gut die Phsyche und ihre Gedanken. Sowie die Loyalität oder Zwang in unterschiedlicher Weise. Mein Tip unbedingt kaufen !!” — elmoid2

An den Grenzen des Shadowrun-Universums

Dieses Buch ist düster. Wer glaubt, er kenne die dunklen Seiten des Shadowrun-Universums, sollte es lesen und seine Maßstäbe neu ordnen. So führt der Charakter Janus in seiner völligen Skrupellosigkeit alles Spielerische am Dasein eines “Runners” ad absurdum; übrig bleibt ein bei aller Coolness durch und durch verabscheuungswürdiger Killer. Mischko, der orkische Speznaz-Soldat, verkörpert eine Seele, deren Schicksal es ist, immer und immer wieder verraten zu werden. Lichtblicke von Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Liebe scheinen zwar auf, vergehen aber allzu schnell wieder in dem Klima aus Haß, Gier und Machtinteressen, das Alexander Wichert gekonnt und glaubwürdig aufbaut. Ein erstklassiger Shadowrun-Roman mit geradezu beängstigend lebendigen Charakteren.” —— Anonymus

“Überzeugend auf der ganzen Linie

Alex Wichert liefert einen Shadowrun-Roman der Extraklasse.
Zwei Orks der Spetsnaz, zwei Menschen und ein Elf werden von einem russischen Offizier durch die Steppe Sibiriens geschickt, um eine Ladung sicher an ihr Ziel zu bringen. Vorurteile, Hass, Misstrauen und eine Prise Schicksal entladen sich in einem Gemätzel, in dem jeder Federn lassen muss. Vermeintlich Besiegte sammeln neue Kräfte und kosten ihre Rache aus.
Dieser Roman hat meine Beziehung zu den Meta-Menschen des Shadowrun-Kosmos neu geordnet.”Kettenhund” hat einen Platz im Bücherregal eines jeden Fantasie- und Scifi-Fan verdient.” — Anonymous

Ruhm und Ehre

Mit Kettenhund liefert uns Alex Wichert sein Shadowrun-Roman-Debüt. Auf knappen 260 Seiten werden wir in die russisch-sibirische Steppe versetzt. Ein außergewöhnlicher Ort für außergewöhnliche Ereignisse.
Der Roman beginnt mit der Anwerbung von Janus, Leoric und Flechette. Die drei werden von einem Offizier der Roten Armee angeworden, un eine Lieferung von Punkt A nach Punkt B durchzuziehen. Den drei werden zur Sicherheit zwei Spetnasz Kommandosoldaten, Mischko und Nikita, zur Seite gestellt. Die fünf machen sich als mit einem Halftruk (Kettentransprotfahrzeug) auf den Weg um ihre Lieferung schnellstens ans Ziel zu schaffen. Von Anfang an gibt es zwischenmenschliche Probleme, und das liegt nicht nur an der teils vorhandenen Sprachbarriere sondern an Janus und Mischko. Die beiden trauen sich nur soweit wie sie sich sehen könen. Die Situation spitzt sich zwischen den beiden immer weiter zu und beide sind fest entschlossen dem anderen einen Eigentumswohnung 1,80 tief zu bezahlen…
Wer etwas über Russland, Sibirien, die rote Armee, Spetnasz, Namoden und Familienbanden in den 2060zigern erfahren möchte, ist mit diesem Roman bestens bedient.
Man Fazit daher: 5 Sterne Kaufzwang!!!!” — Andre Skora (Duisburg)

Von Ciao.de:

“(…) Scheinbar ganz bewusst hat Alex Wichert die Story in Russland angesiedelt. Denn sehr ausführlich hat er das berühmte (oder berüchtigte?) Lebensgefühl der Russen eingefangen. Angefangen von der Weite des Landes, über einige Gebräuche (z.B. den typischen Tee) bis hin zur russischen Art, am eigenen Leiden gefallen zu finden. Ohne diese Aspekte der Handlung würde der Roman nicht funktionieren. Die Handlungen einiger Figuren sind nur im Zusammenhang mit diesen kulturellen Gesichtspunkten nachvollziehbar.Der Autor hat es wunderbar verstanden die “leidende russische Seele” in seine Handlung einzuarbeiten.

Ein weiteres Thema, das der Autor aufgreift, sind die Zustände, unter denen wohl viele Rekruten in verschiedenen Armeen der Welt auch heutzutage leben. Unterdrückung, Gewalt, Missbrauch von Körper und Seele, kranke Vorstellungen von Ehre, Loyalität und Kameradschaft sind Themen, die in unserer Gesellschaft vielleicht weniger mit Soldaten bzw. Armeen verbunden werden. Trotzdem findet so etwas statt und der Autor nutzt diese Thematik. Aber nicht als billigen Aufhänger, mit dem man Leser fängt.

Nein, er zeigt anschaulich, wie es dazu kommt, dass Menschen sich diesem System ausliefern, dass gepeinigte Menschen selbst zu Peinigern werden, dass es aus diesem Kreislauf kaum ein Entkommen gibt. Entsprechende Szenen finden sich immer wieder im Roman und zeigen dem Leser, warum die Protagonisten sind wie sie sind.

Auch wenn man sich darüber streiten mag, ob diese schwierige Thematik in einen Fantasy-Roman gehört, der Autor zeigt zweifellos, dass man sich auch in diesem Genre mit diesen schwierigen Fragen auseinandersetzen kann, ohne dabei billige Gewaltszenarien zu produzieren. Die Verknüpfung jener Themen mit entsprechenden starken Charakteren und einer guten Handlung machen diesen Roman aus.

Alex Wichert hat einen starken Roman geschrieben, der neben ausgezeichneten Charakteren, einer guten und spannenden Handlung, vor allem sehr viel Tiefgang zeigt. Dieses Buch sollte man sich nicht zur reinen Unterhaltung kaufen, sondern einplanen, sich ein paar unangenehme Gedanken über die menschliche Psyche machen zu müssen. Sehr Empfehlenswert!” - Goswin

Aus dem F-Shop:>> [03.02.2006] >> Von Stephan Kriese >>
Fünf Sterne deluxe!

Der beste Roman den ich je im SR-Universum gelesen habe. Der Roman ist der krasse Gegensatz zu den urbanen Auseinandersetzungen, die wir sonst gewohnt sind. Ein kleine Runnergruppe wird von einem Rote Armee Major für eine Eskortfahrt durch die Taiga angeheuert.

Sobald klar ist, dass Plutonium transportiert wird, kommt es aber zu Konflikten mit den zwei Kommandosoldaten die die Fracht mit chauffieren. Während des ganzen Buches wartest du auf den Showdown zwischen der Messerklaue und dem verchippten Kommando.

Allerdings kommt am Ende wirklich alles anders!

Die Charaktere werden sehr lebendig beschrieben und sind alles andere als die üblichen “Weltverbesserer-Runner”, gerade deshalb wird es wohl auch nie langweilig.

Wer bei der NVA war, wird wohl auch einige bekannte Anekdoten aus seiner eigenen Zeit feststellen ;-)

Lest das Buch, sonst wird euch wirklich etwas entgehen.


>> [06.02.2006] >> Von Alexander Regener >>
“Kettenhund” ist ein ausgezeichneter Roman, der jedoch im Vergleich zu den bisher erschienenen SR-Büchern von der härteren Sorte ist. Vergeblich sucht man hier den strahlenden Helden, dem noch Ideale wichtig sind. Alle Figuren, die vorkommen, sind entweder Psychopathen, Opfer oder hoffnungslos naiv. Auch Mischkos Gedankengänge über Ehre und Loyalität und auch sein im Grunde sympathisches Wesen werden überlagert durch den Eindruck, dass man es hier mit einer durch sexuellen Missbrauch und magische Indoktrination völlig zerstörten Persönlichkeit zu tun hat. Fazit: Exzellente Charakterdarstellung, Unkonventioneller Handlungsrahmen und spannende Geschichte! Jedoch nichts für zarte Gemüter…

Aus einem privaten Blog: ” (….) Was mir gut gefallen hat, ist die Sprache. Einfache Wortwahl und Beschreibungen, die den Text mit einer bestimmten Stimmung aufladen, von der man zunächst gar nicht merkt, wie sehr sie das Seelenleben des Hauptcharakters wiedergibt. Nicht zu unterschätzen ist auch der sprachliche Drahtseilakt, was die Kommunikation angeht. Die Russen reden untereinander russisch, ohne dass die Deutschen sie verstehen; die Deutschen reden miteinander deutsch und glauben, die Russen würden sie nicht verstehen, und miteinander reden die Russen und die Deutschen englisch. Geschrieben ist alles auf Deutsch, aber man hat trotzdem nie auch nur die geringsten Zweifel, wer gerade mit wem in welcher Sprache redet. (…)”